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(Foto: picture alliance / dpa)

Geheimnis mit 850 Milliarden Daten: NSA betreibt eigene Suchmaschine

Der US-Geheimdienst hat sich eine Google-ähnliche Suchmaschine gebaut. FBI, CIA, DEA und 20 weitere US-Behörden können auf Hunderte Milliarden Daten zugreifen: E-Mails, Anrufe, Faxe, Chats, Nachrichten und Standortbestimmungen.

Der amerikanische Geheimdienst NSA hat eine eigene "Google-ähnliche" Suchmaschine gebaut. Damit sollen Mitarbeiter mehrerer US-Geheimdienste und Ermittlungsbehörden die riesigen Datenbanken der NSA durchsuchen können, berichtete die Webseite "The Intercept". Die Seite beruft sich auf Unterlagen von Edward Snowden.

Die Suchmaschine namens "ICReach" bietet dem Anwender ähnlich wie Google einen einfachen Suchschlitz zur Eingabe einer Suchanfrage. Mit "ICReach" können Bewegungen von Menschen nachverfolgt und ihre sozialen Netzwerke und Freundschaften ausgekundschaftet werden. Zudem soll es möglich sein, einzelne Handlungen vorauszusagen sowie Rückschlüsse auf ihre Religion und ihre politische Haltung zulassen. Laut Analysten, können die Nutzer mit Hilfe der Suchmaschine auf 850 Milliarden Datensätze zugreifen.

Die NSA sieht laut "The Intercept" die Gründung von "ICReach" als "Meilenstein in der Geschichte der geheimen Überwachung". Das Suchmaschinenteam habe den Behörden bereits im Dezember 2007 erste Daten zur Verfügung gestellt. Pro Tag können dadurch zwei bis fünf Milliarden Aufzeichnungen von E-Mails, Telefonanrufen, Faxen, Chats, Nachrichten und Standortbestimmungen verarbeitet werden.

Das System erlaube es Analysten, mehrere NSA-Datenbanken zu durchsuchen. Mit Stand 2010 hätten Mitarbeiter von 23 US-Behörden auf "ICReach" Zugriff gehabt. Darunter seien andere Geheimdienste, aber auch nationale Behörden wie die Drogenfahndung DEA.

Ein Sprecher der Geheimdienste erklärte, mit der Suchmaschine solle der Informationsaustausch zwischen den Behörden befördert werden. Nach den Terroranschlägen des 11. September 2011 war der schlechte Kommunikationsfluss zwischen den verschiedenen Diensten ein großer Kritikpunkt gewesen.

Quelle: n-tv.de

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