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Ralf Wohlleben ist im NSU-Prozess erneut schwer belastet worden (Foto vom 2. März 2016).
Ralf Wohlleben ist im NSU-Prozess erneut schwer belastet worden (Foto vom 2. März 2016).(Foto: imago/Sebastian Widmann)

Wohlleben erneut schwer belastet: NSU-Prozess soll bis 2017 dauern

Fast drei Jahre lang dauert der NSU-Prozess bereits. Noch immer ist unklar, wer der rechten Terrorzelle die Waffe für ihre Morde beschafft hat. Eine Schlüsselrolle soll Ralf Wohlleben gespielt haben. Um das zu klären, beraumt das Gericht ein weiteres Verhandlungsjahr an.

Der Prozess um die Verbrechen des "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) wird sich bis 2017 hinziehen. Das Oberlandesgericht München gab nun weitere Verhandlungstermine bis zum 12. Januar 2017 bekannt. Bisher hatte das Gericht Termine bis zum September 2016 festgelegt. Das Verfahren hatte am 6. Mai 2013 begonnen.

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Am 269. Verhandlungstag belastete der Mitangeklagte Carsten S. den mutmaßlichen Terrorhelfer Ralf Wohlleben erneut. Wohlleben habe ihm den Auftrag zur Beschaffung der Mordwaffe für den NSU gegeben, bekräftigte S. vor Gericht. Außerdem habe Wohlleben den Kontakt zwischen dem untergetauchten NSU-Trio und Unterstützern vermittelt.

Beide Männer sind wegen Beihilfe zum Mord angeklagt, weil sie gemeinsam die Waffe vom Typ "Ceska" besorgt haben sollen. S. hatte das auch schon zu Beginn des Prozesses gestanden. Mit der Pistole sollen die mutmaßlichen NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt neun türkisch- und griechischstämmige Gewerbetreibende aus fremdenfeindlichen Motiven ermordet haben. Als einzige Überlebende des NSU-Trios muss sich Beate Zschäpe wegen Mittäterschaft vor Gericht verantworten.

Brach Wohlleben in Zschäpes Wohnung ein?

S. reagierte mit seiner Aussage auf die Angaben mehrerer Zeugen und auf die Einlassung Wohllebens im vergangenen Dezember. Darin hatte Wohlleben jede Beteiligung am Kauf der "Ceska" abgestritten. Das habe S. ganz allein gemacht. Den Auftrag habe er direkt von Mundlos oder Böhnhardt erhalten. Das Geld für die Waffe habe ihm möglicherweise Tino Brandt gegeben, der Ende der 1990er Jahre die rechtsextreme Szene in Thüringen führte.

S. erklärte dagegen nun: "Das Geld habe ich von Herrn Wohlleben bekommen, da war kein Trio und kein Tino Brandt involviert." Wohlleben sei es auch gewesen, der ihn zu einem Einbruch in die verlassene Wohnung von Beate Zschäpe im August 1998 angestiftet und ihm einen Komplizen dafür vermittelt habe. Zschäpe war kurz vorher mit Böhnhardt und Mundlos in den Untergrund gegangen.

Quelle: n-tv.de

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