Politik
Ermittler im Juni 2005 an dem Imbiss in Nürnberg, in dem Ismail Yasar getötet wurde.
Ermittler im Juni 2005 an dem Imbiss in Nürnberg, in dem Ismail Yasar getötet wurde.(Foto: picture alliance / dpa)

Nürnberg und München: NSU bekam Hilfe aus Bayern

Noch immer ist unklar, auf welches Netzwerk sich die NSU-Terroristen stützen konnten. Im bayerischen Untersuchungsausschuss vertritt ein Experte die Meinung, auch aus dem Freistaat habe es Schützenhilfe für die Mordpläne der Zwickauer Terrorzelle gegeben.

Die rechte Terrorgruppe NSU hatte bei ihren fünf Morden in Bayern nach Einschätzung eines Extremismusexperten vermutlich Unterstützung prominenter bayerischer Neonazis. Für eine Verstrickung bayerischer Rechtsextremisten sprächen einige Indizien, sagte der Politikwissenschaftler Steffen Kailitz im NSU-Untersuchungsausschuss des bayerischen Landtags.

Kailitz nannte vor allem die Kameradschaft Süd, die von dem selbst wegen Terrorismus verurteilten Neonazi Martin Wiese geleitet wurde, und die Fränkische Aktionsfront. München und Nürnberg seien bevorzugte Tatorte gewesen, weil beide Städte "Führerstädte" Adolf Hitlers gewesen seien. Es sei unwahrscheinlich, dass die NSU-Mörder "gänzlich ziellos" zu ihrem ersten Mord nach Nürnberg gefahren seien.

In den 1990er Jahren nahmen die zwei späteren NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos nach Angaben von Kailitz an mehreren Neonazi-Veranstaltungen in Bayern teil. Die späteren Morde seien möglicherweise von einem Netzwerk von Kameraden vorbereitet worden, nicht nur von einer kleinen dreiköpfigen Gruppe.

Quelle: n-tv.de

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