Politik
Andrea Nahles will neue Wege gehen.
Andrea Nahles will neue Wege gehen.(Foto: imago/photothek)
Freitag, 29. September 2017

"Dazu bin ich bereit": Nahles geht auf Linkspartei zu

SPD-Fraktionschefin Nahles will in der Opposition das Verhältnis zur Linkspartei entkrampfen. Die fordert ihre Partei auf, eine künftig deutliche Kapitalismuskritik zu üben. Die Linke müsste aber auch einen Schritt auf die SPD machen.

Zwei Tage nach ihrer Wahl zur SPD-Fraktionschefin hat Andrea Nahles einen Schritt auf die Linkspartei zu gemacht. "Wir haben jetzt vier Jahre in der Opposition vor uns, und wir müssen uns über unsere gemeinsame Verantwortung für unsere Demokratie auf die eine oder andere Weise verständigen", sagte Nahles dem "Spiegel".

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Nahles forderte ihre Partei auf, programmatisch fundamental neue Wege zu gehen und künftig auch eine deutliche Kapitalismuskritik nicht zu scheuen. "Wir haben es versäumt, die negativen Seiten der Globalisierung zu thematisieren", sagte sie. Die SPD müsse "wieder lernen, den Kapitalismus zu verstehen und, wo nötig, scharf zu kritisieren".

Zu einer Verständigung mit der Linken sagte Nahles weiter: "Dazu bin ich bereit." Sie rief allerdings zugleich die Linkspartei auf, ihrerseits einen Schritt auf die Sozialdemokraten zuzumachen und nicht länger als "Anti-SPD" aufzutreten.

Schwesig kritisiert Altvordere

Unterdessen wies SPD-Vizechefin Manuela Schwesig Berichte zurück, dass die SPD ihr Nein zu einer Großen Koalition im Falle eines Rückzugs von Bundeskanzlerin Angela Merkel überdenken könnte. "Spekulationen aller Art sind unnötig", sagte die mecklenburg-vorpommersche Ministerpräsidentin dem "Tagesspiegel": "Es gibt keine Hintertür."

Zuvor hatte der frühere SPD-Fraktionschef im ZDF gesagt: "Unser Platz ist in der Opposition, das ist eindeutig." Sollte Merkel sich zurückziehen, wäre dies jedoch "in der Tat eine neue Situation".

Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte laut Medienberichten die Entscheidung der SPD-Spitze zum Gang in die Opposition als verfrüht kritisiert. Der frühere Hamburger Bürgermeister Klaus von Dohnanyi forderte Schulz zum Rücktritt auf. Schwesig kritisierte solche Äußerungen von SPD-Altpolitikern in der "Rheinischen Post" als unangemessen.

Quelle: n-tv.de

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