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Das Gas- und Ölland Katar hat den höchsten Pro-Kopf-Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase weltweit.
Das Gas- und Ölland Katar hat den höchsten Pro-Kopf-Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase weltweit.(Foto: REUTERS)

UN-Klimagipfel in Katar: Nationen suchen Kompromisse

Eine "historische Konferenz" soll es werden, kündigt Katar zu Beginn der Klimaverhandlungen an. Doch das muss sich in den kommenden zwei Wochen erst noch zeigen. Zunächst gibt es vor allem Mahnungen und Appelle.

Mit Warnungen vor den dramatischen Folgen des Klimawandels hat in Katars Hauptstadt Doha die 18. Weltklimakonferenz begonnen. "Uns läuft die Zeit davon", mahnte Christiana Figueres, Leiterin des UN-Klimasekretariats, während der Konferenzchef Abdullah al-Attijah von einer "historischen Konferenz von entscheidender Bedeutung" sprach. Die EU zeigte sich offen für eine Erhöhung ihrer Klimaschutzziele, nicht aber die USA.

Figueres sagte, es werde weder so schnell, noch so umfassend gehandelt, wie es notwendig wäre. Es sei "sicherer und weniger kostspielig, jetzt und nicht später zu handeln". Figueres erhöhte den Handlungsdruck auf die Industriestaaten, indem sie sagte: "Wir haben die Gelder dafür, wir haben die Technologie."

Katar ist der "richtige Ort"

"Wir müssen ernsthaft arbeiten in den kommenden zwei Wochen, flexibel sein und uns nicht mit Marginalien aufhalten", sagte Al-Attijah. Vielmehr gehe es um die Gesamtemissionen einzelner Länder, sagte er und verwies auf nationale Klimabemühungen Katars, etwa bei der Solarenergie und der Forschung zur CO2-Abscheidung. "Wir glauben daran, dass Technologie die Probleme lösen wird." Katar sei der richtige Ort für die Klimaverhandlungen. Der stellvertretende Regierungschef Katars mahnte, es gelte, "eine Einigung auf den zweiten Akt des Kyoto-Protokolls zu erreichen".

Katar spielt bei der Lösung politischer Konflikte in der arabischen Welt zunehmend eine Schlüsselrolle. Das Emirat ist aber nicht nur Klimasünder. Es ist selbst vom Klimawandel bedroht: Der durch die Erderwärmung ansteigende Meeresspiegel gefährdet die niedrig gelegenen Küstenstreifen. Außerdem ist das von einer Wüstenlandschaft geprägte Emirat von Nahrungsimporten abhängig. "Wir machen das nicht, um zu zeigen, dass wir die Guten sind", sagte Al-Attiyah mit Blick auf die Klimakonferenz. "Wir machen es für unser Land." In zwei Wochen will Katar einen Erfolg vermelden und kündigt schon jetzt einen "Wendepunkt in den Verhandlungen über den Klimawandel" an.

Schwierige Verhandlungen

Im Mittelpunkt der Konferenz mit Vertretern aus mehr als 190 Ländern steht ein Arbeitsplan für ein globales Klimaabkommen, das bis zum Jahr 2015 verhandelt werden und im Jahr 2020 in Kraft treten soll. Außerdem geht es um die Ausgestaltung der vor einem Jahr vereinbarten zweiten Verpflichtungsperiode für das Kyoto-Protokoll. Die Beratungen erfolgen zunächst auf Fach-, ab dem 4. Dezember auf Ministerebene.

Internationales Ziel ist es, die Klimaerwärmung bis Ende des Jahrhunderts auf maximal zwei Grad zu begrenzen. Dies gilt als Wert, bei dem sich die Folgen noch kontrollieren lassen. Die Weltbank warnte vor wenigen Tagen aber bereits vor einem Temperaturanstieg um vier Grad bis 2060. Dies könnte laut Experten den Meeresspiegel dramatisch ansteigen lassen sowie Dürren und Nahrungsmittelkrisen zur Folge haben.

Der EU-Chefunterhändler Artur Runge-Metzger sagte, die Europäische Union sei "bereit", ihr Ziel zur Emissionsreduzierung bis 2020 von 20 auf 30 Prozent zu erhöhen, sofern andere Industrienationen ebenfalls ihre Ziele erhöhten. Der US-Vertreter Jonathan Pershing sagte jedoch, er "gehe nicht davon aus", dass sein Land das Ziel ändere, bis 2020 die Emissionen gegenüber 2005 um 17 Prozent zu senken.

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) forderte im SWR, Deutschland und die EU müssten beim Klimaschutz vorangehen. Nachbesserungen forderte er beim EU-Emissionshandel und wandte sich gegen Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP), der entsprechende Pläne bislang blockiert. Die EU-Kommission will die geplante Ausgabe von 900 Millionen CO2-Zertifikaten aussetzen, um den Preisverfall der Emissionsrechte zu stoppen.

Quelle: n-tv.de

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