Politik
Syrische Kämpfer nach einem Angriff der Regierungsarmee in Damaskus.
Syrische Kämpfer nach einem Angriff der Regierungsarmee in Damaskus.(Foto: REUTERS)

Furcht vor Chemiewaffen in Syrien: Nato: Wir reagieren unverzüglich

Die Nato warnt die syrische Regierung für den Fall eines Einsatzes von Chemiewaffen vor einer "unverzüglichen Reaktion". Die syrischen Bestände an chemischen Waffen seien ein Grund für große Sorge. Die Nato will heute die Stationierung von Abwehrraketen beschließen.

Der Einsatz von Chemiewaffen durch das Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad würde nach Ansicht von Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen "eine unverzügliche Reaktion der internationalen Gemeinschaft" auslösen. Rasmussen sagte unmittelbar vor Beratungen der Nato-Außenminister in Brüssel, er gehe davon aus, dass Deutschland, die Niederlande und die USA "Patriot"-Flugabwehrraketen im türkischen Grenzgebiet zu Syrien stationieren werden.

"Der mögliche Einsatz chemischer Waffen wäre für die gesamte internationale Gemeinschaft völlig inakzeptabel. Und wenn irgendjemand zu diesen chemischen Waffen greift, dann würde ich eine unverzügliche Reaktion der internationalen Gemeinschaft erwarten", sagte Rasmussen. Details nannte er nicht und sprach stattdessen von einer "Angelegenheit, die uns sehr besorgt".

Obama warnt Assad

In Kürze wird entschieden, wo welche Patriots stationiert werden.
In Kürze wird entschieden, wo welche Patriots stationiert werden.(Foto: dpa)

Auch US-Präsident Barack Obama warnte Assad und dessen Untergebene eindringlich vor dem Einsatz von Chemiewaffen. "Dies würde völlig inakzeptabel sein", sagte Obama bei einem Symposium am National War College in Washington. Die Welt schaue auf Syrien. "Wenn Sie den tragischen Fehler begehen, diese Waffen einzusetzen, wird dies Konsequenzen haben und Sie werden dafür zur Verantwortung gezogen", warnte der US-Präsident.

Man könne es einfach nicht zulassen, "dass das 21. Jahrhundert von den schlimmsten Waffen des 20. Jahrhunderts überschattet wird", sagte Obama. Er verwies auf die Bemühungen seiner Regierung, die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen zu verhindern, "ob es sich um nukleares Material in Libyen oder, wie jetzt, um chemische Waffen in Syrien" handele. Die USA würden weiter die legitimen Interessen des syrischen Volkes unterstützen und der Opposition helfen, ein Syrien ohne Assad-Regime zu schaffen.

Standorte für Patriots stehen angeblich fest

Die "New York Times" berichtete, die USA und die Europäer seien alarmiert, nachdem Bewegungen bei den syrischen Chemiewaffen-Einheiten beobachtet worden seien. Die Zeitung zitierte einen US-Vertreter, wonach die "Aktivitäten" die Vorbereitung eines Chemiewaffen-Einsatzes vermuten ließen.

Die Nato will heute formell die Stationierung der Abwehrwaffen beschließen. Wie der türkische Sender NTV unter Berufung auf Nato Kreise berichtete, stehen die Stationierungsorte im Grenzgebiet zu Syrien fest. Zwei Bundeswehr-Batterien und ein niederländisches System würden in den Provinzen Malatya, Gaziantep und Diyarbakir aufgestellt.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen