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In Zukunft wird Schanna Nemzowa für die Deutsche Welle arbeiten, außerhalb von Russland.
In Zukunft wird Schanna Nemzowa für die Deutsche Welle arbeiten, außerhalb von Russland.(Foto: picture alliance / dpa)

"Gefahr einer blutigen Revolution": Nemzow-Tochter erhebt Vorwürfe gegen Putin

Die Tochter des ermordeten Oppositionspolitikers Boris Nemzow findet in einem Interview klare Worte für Putin. Er habe ein totalitäres System geschaffen, indem Menschen in ständiger Gefahr einer blutigen Revolution leben. Eine Rückkehr für sie ist ausgeschlossen.

Die kremlkritische russische Journalistin Schanna Nemzowa, Tochter des ermordeten Oppositionellen Boris Nemzow, sieht die "Gefahr einer blutigen Revolution" in Russland. In einem Interview mit der "Welt" sagte sie, dass Kremlchef Wladimir Putin ein "totalitäres System" geschaffen habe, das instabil sei.

Sie erwarte zwar keinen raschen Wandel. "Aber je länger ein Diktator an der Macht ist, umso größer die Gefahr einer blutigen Revolution, eines Bürgerkriegs", sagte sie. Die Reporterin erhält am 4. August in Warschau den mit umgerechnet rund 250.000 Euro dotierten Lech-Walesa-Preis. Mit dem Geld wolle sie eine Stiftung zum Andenken an ihren Vater gründen, sagte sie. Der Oppositionspolitiker und frühere Vize-Regierungschef war im Februar in Kremlnähe erschossen worden. Die mutmaßlichen Täter sitzen in Untersuchungshaft. Der Auftraggeber ist bisher nicht bekannt.

Nemzowa machte Putin politisch verantwortlich für den Mord. "Je länger Putin an der Macht bleibt, je stärker er die Daumenschrauben anzieht, umso schwerer vorhersehbar wird die Lage in Russland werden", meinte Nemzowa. Sie will künftig bei der Deutschen Welle arbeiten und erst nach Russland zurückkehren, wenn die Ära Putins ende und das Land zu einem Rechtsstaat werde.

Quelle: n-tv.de

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