Dienstag, 31. August 2010
Oppositionelle Flugblätter verteilt: Nemzow weggeschleppt
Unter Jelzin war Boris Nemzow stellvertretener Ministerpräsident. Doch die regierungsnahen Zeiten sind lange vorbei. Inzwischen gehört Nemzow zur Opposition und wird entsprechend behandelt.Bei einer Protestkundgebung von Kreml-Kritikern hat die Polizei in Moskau den führenden russischen Oppositionellen Boris Nemzow sowie weitere Demonstranten festgenommen. Die Polizisten schleppten Nemzow weg, nachdem er auf einem zentralen Platz angefangen hatte, regierungskritische Flugblätter zu verteilen.
Der Platz war erst in der vergangenen Woche von den Behörden geschlossen worden. Bei der Kundgebung skandierten die Demonstranten "Russland ohne Putin!". Ministerpräsident Wladimir Putin hatte erst am Montag eine harte Haltung gegen Proteste signalisiert und gesagt, dass Demonstranten, die ohne Genehmigung marschierten, Schläge verdienten.
Der festgenommene Nemzow war früher stellvertretender Ministerpräsident und ist heute Anführer der Oppositionsgruppe Solidarität. Er gilt als einer der schärfsten Kritiker von Präsident Dmitri Medwedew und Putin. Nemzow wurde bereits mehrmals festgenommen. Kritiker werfen der Regierung vor, das in der Verfassung verankerte Recht auf friedlichen Protest zu beschneiden.
dpa
Hintergründe zur Nachricht
Politik
-
Noch mehr Tote bei Massaker in Hula
UN-Sicherheitsrat tagt
-
Parade in Moskau geplant
Polizei nimmt Homosexuelle fest
-
Entschädigung der Zwangsarbeiter
Seehofer macht Druck
-
Neue Lyrik über Griechenland
Spott ergießt sich über Grass
-
Wieder tote Zivilisten in Afghanistan
Nato-Bomben töten Familie
-
Umstrittenes Atomprogramm
Iran baut zweites AKW
-
Mehr als 30 tote Kinder
Massaker sorgt für Empörung
-
Rückbau der Atomruine dauert 30 Jahre
Abklingbecken sicher vor Beben
-
Anerkennung von Gesundheitsschäden
SED-Opfer warten jahrelang
-
Idealer SS-Mann und blonde Bestie
Aufstieg und Tod des Reinhard Heydrich
-
Deutsche Interessen vernachlässigt?
Steinbrück: Kanzlerin vereinsamt
-
Zustimmung zum Fiskalpakt
Schwarz-Gelb macht Druck