Politik
Der Papst hat zurzeit einige Sorgen.
Der Papst hat zurzeit einige Sorgen.(Foto: dpa)
Sonntag, 03. Juni 2012

"Vatileaks" und kein Ende: Neue Dokumente aufgetaucht

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Der Papst hat es zurzeit nicht leicht. Auch wenn nun ein Kammerdiener wegen der Weitergabe geheimer Dokumente im Gefängnis sitzt, dauert "Vatileaks" an. Eine italienische Zeitung berichtet, ihr seien weitere Schreiben aus dem Vatikan zugespielt worden. Der Papst erklärt indes beim Weltfamilientreffen, wie das Paradies aussehen könnte.

Anderthalb Wochen nach der Festnahme des Kammerdieners von "Dieser Papst wird zurücktreten" sind nach einem Zeitungsbericht "Vatileaks" könnte sich ausweiten aus dem Vatikan publik geworden. Die italienische Zeitung "La Repubblica" berichtet, ihr seien von einem anonymen Informanten drei weitere Schreiben aus dem Vatikan zugespielt worden.

Bis vor kurzem treuer Begleiter des Papstes: der verhaftete Butler Paolo Gabriele.
Bis vor kurzem treuer Begleiter des Papstes: der verhaftete Butler Paolo Gabriele.(Foto: AP)

Das Blatt sieht darin ein weiteres Indiz für die Vermutung, dass die undichte Stelle im Enthüllungsskandal "Vatileaks" noch nicht geschlossen worden sei. In italienischen Medien wird seit Tagen darüber spekuliert, dass der Kammerdiener Paolo Gabriele möglicherweise Hintermänner gehabt haben könnte.

Der 46-Jährige war in der vorigen Woche unter dem Verdacht festgenommen worden, vertrauliche Dokumente aus dem Vatikan gestohlen zu haben. Das Auftauchen neuer Papiere sei ein Beweis dafür, dass der Skandal noch nicht überwunden sei, schrieb "La Repubblica". "Selbst wenn der festgenommene Kammerdiener schuldig sein sollte, ist er nur ein kleiner Fisch."

Die jetzt durchgesickerten Schreiben tragen nach Angaben der Zeitung die Unterschriften des päpstlichen Privatsekretärs Georg Gänswein und des US-Kardinals Leo Raymond Burke. Für die Echtheit der Schreiben gab es aber keine Bestätigung. Der Vatikan hatte stets die Berichte zurückgewiesen, wonach es im "Vatileaks"-Skandal weitere Hintermänner geben soll. Benedikt hatte sein Vertrauen in seine Mitarbeiter ausdrücklich bestärkt.

Der Papst nahm indes in Mailand am Weltfamilientreffen teil. Diese Treffen waren 1994 auf Initiative von Papst Johannes Paul II. eingerichtet worden und finden alle drei Jahre statt. Benedikt gab bekannt, dass das nächste Weltfamilientreffen 2015 in Philadelphia im US-Bundesstaat Pennsylvania stattfinden wird.

Papst würdigt Familie

Dort würdigte er die Ehe zwischen Mann und Frau als einen elementaren Bestandteil der menschlichen Gesellschaft. In einer Predigt vor Hunderttausenden von Gläubigen betonte das Oberhaupt der katholischen Kirche: "Das Familienleben ist die erste und unersetzliche Schule der gesellschaftlichen Tugenden."

Egoismus und Profitdenken bedeuteten eine Gefahr für die Familie, betonte der Papst. Die Kirche stehe aber auch Geschiedenen offen. Nach Angaben des Vatikan-Sprechers Federico Lombardi nahmen an dem Gottesdienst auf dem Mailänder Flugplatz Bresso eine Million Menschen teil, darunter der italienische Ministerpräsident Mario Monti und mehrere Mitglieder der Regierung.

Die Messe bildete den Höhepunkt eines dreitägigen Papst-Besuchs in Mailand. Benedikt nahm in der norditalienischen Metropole am Weltfamilientreffen teil. Diese Treffen waren 1994 auf Initiative von Papst Johannes Paul II. eingerichtet worden und finden alle drei Jahre statt.

Auf die Frage eines Mädchens aus Vietnam, wie der Papst sich das Paradies vorstelle, antwortete Benedikt:"Das Paradies sollte so ähnlich sein wie meine Jugendzeit." Er erinnere sich mit Freunde an die Familienfeste, auf denen gemeinsam gesungen worden sei. "Das war für mich, als öffnete sich der Himmel."

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Quelle: n-tv.de

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