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Der russische Premier Putin. Trotz aller öffentlicher Bekundungen über ein verbessertes Verhältnis sehen die USA Russlands Führung anscheinend mit tiefer Skepsis.
Der russische Premier Putin. Trotz aller öffentlicher Bekundungen über ein verbessertes Verhältnis sehen die USA Russlands Führung anscheinend mit tiefer Skepsis.(Foto: dpa)

Wikileaks über die Macht der Oligarchen: Neue Enthüllungen über Russland

Russland wird in den von Wikileaks veröffentlichten US-Botschaftsdepeschen als korrupter Staat mit großen Demokratiedefiziten dargestellt. Jetzt kündigt der Gründer der Internet-Plattform, Assange, weitere Enthüllungen über Russland an. Vor allem geht es um die Praktiken der großen Unternehmen des Landes.

Der Gründer der Internet-Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, hat zahlreiche weitere Veröffentlichungen von Dokumenten über Russland angekündigt. "Wir haben tausende Dokumente, in denen es um Russland geht", sagte Assange in einem Interview mit dem russischen Fernsehsender NTV. Darin gehe es "um die Oligarchen, um den Moskauer Bürgermeister und die größten Unternehmen". "In den kommenden Monaten wird alles veröffentlicht", sagte Assange. In den jüngst von Wikileaks veröffentlichten US-Botschaftsdepeschen wurde Russland als korrupter Staat mit großen Demokratiedefiziten dargestellt.

Screenshot der Wikileaks-Seite.
Screenshot der Wikileaks-Seite.(Foto: REUTERS)

Assange sagte in dem Interview, er fühle sich trotz des gegen ihn vorliegenden internationalen Haftbefehls noch sicher. "Es gibt noch solche (sicheren) Orte, wir haben viele Freunde", sagte er. "Es gibt noch Länder, die uns wohlgesonnen sind", fügte der 39-Jährige hinzu. "Die Devise von Wikileaks ist die völlige freie Meinungsäußerung, das ist ein Test für die Staaten. Viele haben es leider nicht geschafft, auch mein Geburtsland Australien nicht." In Europa könne er sich "ebenfalls nicht sicher fühlen", sagte Assange, hier müsse er "stets auf der Hut" sein.

Popularität als Schutz

Auf die Bemerkung des NTV-Journalisten, wonach sich viele wundern, dass Assange überhaupt noch am Leben ist, sagte der Wikileaks-Gründer, er denke nicht, dass ein Land wie die USA ihn töten könne, das "Risiko" sei "zu groß". "Ich stehe im Zentrum der Aufmerksamkeit, das ist mein Schutz." Anders hingegen sei es bei großen Firmen, "vor allem außerhalb der USA", sagte Assange, ohne diese Aussage zu erläutern.

Wikileaks hatte am 28. November mit der Veröffentlichung von rund 250.000 Dokumenten des US-Außenministeriums begonnen, in denen Diplomaten aus ihren Einsatzländern berichten. Seitdem ist die Plattform Cyber-Angriffen ausgesetzt, zudem weigerten sich Firmen, die Wikileaks-Website zu betreiben. Am Wochenende sperrte das Internet-Bezahlsystem Paypal Wikileaks das Konto, wodurch der auf Spenden angewiesenen Plattform massive finanzielle Einbußen drohen. Wikileaks reagierte mit dem Öffnen seiner Archive und bot damit seinen Unterstützern die Möglichkeit, die Inhalte zu kopieren. Nach Angaben von Assange luden bereits Menschen aus aller Welt die Dateien auf ihre Computer.

Wikileaks veröffentlicht Liste mit Zielen

Unterdessen veröffentlichte Wikileaks eine geheime Liste von wichtigen Infrastrukturen, die aus Sicht der USA vor Terrorangriffen geschützt werden müssen. Angriffe auf die in der Liste aufgeführten Orte oder Infrastrukturen würden die Sicherheit der USA aus Sicht des US-Außenministeriums "in besonderem Maße" gefährden, heißt es in der entsprechenden Depesche.

Die Liste enthält etwa Unterwasserkabel, Kommunikationseinrichtungen, Mineralreserven sowie strategisch wichtige Unternehmen in Ländern rund um den Globus. In einem Kabel des US-Außenministeriums vom Februar 2009 waren die US-Botschaften weltweit aufgefordert worden, Orte oder Infrastrukturen zu benennen, "deren Verlust entscheidende Folgen für die öffentliche Gesundheit, die wirtschaftliche Sicherheit und/oder die nationale und innere Sicherheit der USA bedeuten würde".

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Quelle: n-tv.de

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