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Sonntag, 14. März 2010

Jüdisches Leben: Neue Synagoge für Herford

Die Spuren der Pogromnacht von 1938 in Herford sind zwar nicht verschwunden, das jüdische Leben der Gemeinde wird aber wieder attraktiver. Für rund zwei Millionen Euro wurde eine neue Synagoge im neugotischen Stil erbaut.
    Der Neubau der Synagoge steht direkt neben dem Jüdischen Gemeindehaus.

    Der Neubau der Synagoge steht direkt neben dem Jüdischen Gemeindehaus.
    (Foto: dpa)

    Nach mehr als 70 Jahren gibt es im westfälischen Herford wieder eine Synagoge. Die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch würdigte die Aufbau-Leistung der Gemeinde. Jüdisches Leben habe in Herford rund 700 Jahre Geschichte. Nach dem Holocaust kehrten von einst 200 Gemeindemitgliedern nur rund zwei Dutzend zurück. Inzwischen wuchs die Gemeinde vor allem durch den Zuzug vieler Menschen aus der früheren Sowjetunion.

    Die alte Synagoge von 1852 war in der Pogromnacht am 9. November 1938 von den Nazis zerstört worden. Jetzt entstand an gleicher Stelle für rund zwei Millionen Euro ein Backsteingebäude im neugotischen Stil. Der Synagogensaal im Obergeschoss bietet Platz für 92 Menschen. Die Decke wird von 248 Dioden-Lampen erleuchtet, die den Sternenhimmel von Jerusalem am jüdischen Neujahrsfest abbilden.

    In Nordrhein-Westfalen leben heute etwa 30 000 Menschen jüdischen Glaubens. Vor allem seit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989 sind die jüdischen Gemeinden durch Zuwanderung aus dem Osten erheblich gewachsen. Seit Mitte der 1990er Jahre wurden in Nordrhein-Westfalen zehn neue Synagogen errichtet.

dpa

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