Freitag, 18. Dezember 2009
Aus deutschem Lager gefilmt: Neues Kundus-Video aufgetaucht
Vom Luftangriff bei Kundus ist ein neues Video aufgetaucht. Die Aufnahmen stammen von einer Überwachungskamera im deutschen Feldlager. Einzelheiten zu dem Sicherheitssystem wolle das Bundesverteidigungsministerium mit Verweis auf den Schutz der Soldaten nicht nennen.
Archivbild
(Foto: dpa)
Auf dem von der "Bild"-Zeitung veröffentlichten Video sind zwei rasch davonfahrende Autos zu sehen, kurz danach explodiert eine Bombe. Die Bundesregierung ist wegen des von einem deutschen Oberst angeforderten Angriffs unter Druck geraten, weil dabei auch Zivilisten getötet wurden.
Nach Angaben aus Industriekreisen verfügt das deutsche Lager in Kundus über zwei 20 Meter hohe Gitterrohrmasten, an denen Wärmebildkameras angebracht sind. Die Kameras könnten selbst bei absoluter Dunkelheit Menschen oder Autos in sieben bis acht Kilometern Entfernung wahrnehmen - also etwa der Distanz vom Lager, in der sich das Bombardement der beiden Tanklaster ereignete. Normalerweise wird mit dem System beispielsweise der Abschuss von Raketen in Richtung des Lagers beobachtet.
Der Angriffsort direkt könne mit den Kameras allerdings nicht erfasst werden, weil er zu tief und im toten Winkel liege, hieß es. Dafür seien die Masten zu niedrig. Außerdem liegt das deutsche Feldlager erhöht auf einem Plateau, was die Beobachtung tiefer gelegener Punkte zusätzlich erschwert. Auch die beiden anderen deutschen Feldlager in Masar-i-Scharif und Feisabad sind mit derartigen Rundumbeobachtungssystemen ausgestattet. Deren Leistungsfähigkeit ist nach Angaben aus Industriekreisen größer als die der Spähpanzer vom Typ Fennek, die die Bundeswehr in Afghanistan im Einsatz hat. Die Aufnahmen der Wärmebildkameras laufen gewöhnlich auf Monitoren im normalen Gefechtsstand oder in der Sicherheitszentrale der Camps auf.
dpa/AFP
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