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Eine brennende Pipeline im Jahr 2004. Im Nigerdelta sind neben Shell auch Chevron, ExxonMobil und Total an der Ölförderung beteiligt.
Eine brennende Pipeline im Jahr 2004. Im Nigerdelta sind neben Shell auch Chevron, ExxonMobil und Total an der Ölförderung beteiligt.(Foto: picture alliance / dpa)

"Vollkommen lächerliches Angebot": Nigerdelta weist Shell-Zahlung zurück

Mehr als 500.000 Barrel Öl liefen 2008 im Nigerdelta aus, Bauern und Fischer wurden ihrer Existenzgrundlage beraubt. 2011 übernahm Shell die Verantwortung für die Katastrophe. Der Ölkonzern soll Schadensersatz zahlen. Die Meinungen über die angemessene Höhe gehen jedoch weit auseinander.

Bewohner des nigerianischen Nigerdeltas haben ein Angebot des Ölkonzerns Shell über Entschädigungszahlungen für Ölverschmutzungen zurückgewiesen. Es sei keine Einigung über Schadensersatzzahlungen erzielt worden, teilte Shell mit. Die Gespräche hatten am Montag in der Stadt Port Harcourt begonnen. Etwa 15.000 Bewohner der Fischergemeinde Bodo im Bundesstaat Rivers fordern Entschädigung für zwei Ölkatastrophen, die das Gebiet im Jahr 2008 verschmutzt hatten.

Nach Angaben aus Verhandlungskreisen bot der britisch-niederländische Konzern den Anwohnern insgesamt 7,5 Milliarden Naira (rund 35 Millionen Euro) an. Beide Seiten nannten keine Gesamtzahl. Martyn Day von der Londoner Anwaltskanzlei Leigh Day, welche die Anwohner von Bodo vertritt, sagte lediglich, jeder Betroffene würde nach dem Angebot von Shell 275.000 Naira (rund 1300 Euro) erhalten, wenn die an die Gemeinschaft zu zahlende Summe abgezogen würde. Die Gemeinde habe das Angebot einstimmig abgelehnt. Das Angebot des Ölkonzerns sei "vollkommen lächerlich und beleidigend für die Dorfbewohner", sagte Day.

Fortschritte gab es laut Shell bei den gleichzeitig geführten Verhandlungen über die Reinigung des Gebiets. Am 26. und 27. September solle weiter verhandelt werden, hieß es. Die Gespräche finden unter der Vermittlung des niederländischen Botschafters in Nigeria statt.

Nach Angaben der Anwälte der Betroffenen verschmutzte auslaufendes Öl zwei Mal im Jahr 2008 die Umwelt so sehr, dass Bauern und Fischer ihrer wirtschaftlichen Grundlage beraubt wurden. Demnach liefen zwischen 500.000 und 600.000 Barrel Öl aus. Shell räumte im Jahr 2011 seine Verantwortung ein. Gibt es keine Einigung über Schadensersatz, könnte der Fall vor einem britischen Gericht landen. Nigeria ist der größte Ölproduzent Afrikas. Dennoch leben die meisten Bewohner des ölreichen Nigerdeltas in bitterer Armut.

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Quelle: n-tv.de

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