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Das BAMF bearbeitet bereits Asylanträge von Syrern, Eritreern und Menschen vom Westbalkan vorrangig.
Das BAMF bearbeitet bereits Asylanträge von Syrern, Eritreern und Menschen vom Westbalkan vorrangig.(Foto: dpa)

Bamf beschleunigt Asyl-Prüfung: Nordafrikaner sollen schneller heimkehren

Die Zahl der Asylbewerber aus Algerien und Marokko steigt seit einigen Wochen - obwohl Nordafrikaner kaum Chancen haben, in Deutschland zu bleiben. Ihre Asylverfahren sollen nun deutlich verkürzt werden.

Asylanträge von Algeriern, Marokkanern und Tunesiern sollen vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) jetzt mit Vorrang bearbeitet werden. Nach einem entsprechenden Erlass des Bundesinnenministeriums liefen die Vorbereitungen für die sogenannte prioritäre Bearbeitung auf Hochtouren, sagte ein Sprecher der Behörde. Voraussichtlich könne rasch damit begonnen werden.

Ziel der Maßnahmen ist es, die Verfahrensdauern deutlich zu verkürzen. Die Zahl der Asylbewerber aus Marokko und Algerien war zuletzt kräftig gestiegen. Bislang dauern die Asylverfahren von Marokkanern und Tunesiern im Schnitt mehr als zehn Monate, bei algerischen Asylsuchenden knapp acht. Dies ist deutlich mehr als bei anderen Ländern: Die durchschnittliche Verfahrensdauer über alle Herkunftsstaaten liegt derzeit bei rund fünf Monaten.

Menschen aus den drei Ländern haben schlechte Chancen, in Deutschland bleiben zu dürfen. Nur 3,7 Prozent der Anträge von Marokkanern werden bewilligt. Bei Menschen aus Algerien sind es 1,6 Prozent und bei Tunesiern sogar nur 0,2 Prozent. Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat sich daher dafür ausgesprochen, die Länder zu sicheren Herkunftsstaaten zu erklären. Damit hätten Asylbewerber von dort kein Recht auf Asyl in Deutschland.

Bislang werden bereits Asylanträge etwa von Syrern, Eritreern und Menschen vom Westbalkan vorrangig vom BAMF bearbeitet. Migranten aus Nordafrika waren nach den teils sexuellen Übergriffen während der Silvester-Nacht in Köln in den öffentlichen Fokus gerückt. Seitdem wird verstärkt über den Umgang mit Kriminellen aus diesen Herkunftsstaaten debattiert.

Quelle: n-tv.de

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