Politik
Die im Bau befindliche neue Montagehalle - zuvor standen hier Wohnhäuser.
Die im Bau befindliche neue Montagehalle - zuvor standen hier Wohnhäuser.(Foto: DigitalGlobe Inc.)
Mittwoch, 23. Mai 2012

Dorf für Montagebasis abgerissen: Nordkorea baut mehr Raketen

Während die Nato über den Raketenschild diskutiert, treibt das kommunistische Nordkorea offenbar die Entwicklung von Langstreckenraketen voran. Die Führung in Pjöngjang lässt ein Dorf abreißen und stampft an dessen Stelle eine Montagebasis aus dem Boden. Auch errichten die Koreaner eine neue Abschussrampe.

Nordkorea treibt nach Einschätzung von US-Forschern seine Vorbereitungen für Tests von Langstreckenraketen voran. Satellitenbilder zeigten, dass im vergangenen Jahr auf dem Raketenstützpunkt Musudan-ri im Nordosten des Landes "schnelle Fortschritte" gemacht worden seien, erklärte das amerikanisch-koreanische Institut der John-Hopkins-Universität in Baltimore. Zudem habe Pjöngjang offenbar ein Dorf abgerissen, um eine Anlage für die Montage von Raketen zu errichten.

"Die neue Konstruktion ist für spätere Starts von Raketen einer größeren Reichweite als die kürzlich getestete Rakete vom Typ Unha gedacht", schrieb das Institut in seinem Blog "38north.org". Damit bezogen sich die Forscher auf einen Test vom 13. April. Den Wissenschaftlern zufolge könnte die Anlage bis 2016 oder 2017 einsatzbereit sein. In dem Blog wurden mehrere Fotos veröffentlicht, auf denen Infrastruktur zu sehen ist. Das Institut machte zudem Fortschritte beim Bau eines Leichtwasserreaktors aus, welcher dem Waffenprogramm Nordkoreas nützen könnte.

"Anfeindungen der USA"

Pjöngjang hatte zuvor mit einem Ausbau seines Atomprogramms gedroht. Dies sei eine Antwort auf die Anfeindungen der USA, und "wir werden es so lange ununterbrochen ausbauen, wie diese feindselige Politik fortbesteht", erklärte ein Sprecher des Außenministeriums in Pjöngjang, wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtet. Der Ministeriumssprecher reagierte damit auf die Erklärung der G8-Staaten vom Wochenende, die indirekt mit härteren Sanktionen im Fall eines weiteren Atomwaffentests Nordkoreas gedroht hatten.

Nordkorea hatte im Oktober 2006 und im Mai 2009 Atomwaffentests vorgenommen. Zuletzt testete das Land Mitte April eine Rakete mit einem Satelliten, die jedoch kurz nach dem Start ins Meer stürzte. Die USA, Japan und Südkorea sahen in dem Satellitenstart den verdeckten Test einer Langstreckenrakete und damit einen Verstoß gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrates.

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Quelle: n-tv.de

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