Politik

China in der Welt nur "Regionalmacht": Nordkorea hat viertgrößte Armee

China hat die größte Armee der Welt, ist aber trotzdem nur eine "regionale Macht" - das teilt ein Institut in London mit, das die militärische Stärke der Länder weltweit beobachtet. Demnach soll das kommunistische Nordkorea die viertgrößte Streitmacht haben und Plutonium für maximal acht atomare Sprengköpfe besitzen.

Nordkoreanische Soldatinnen bei einer Militärparade in Pjöngjang.
Nordkoreanische Soldatinnen bei einer Militärparade in Pjöngjang.(Foto: picture alliance / dpa)

China bleibt nach Ansicht des Internationalen Instituts für Strategische Studien (IISS) trotz des massiven Ausbaus seiner militärischen Fähigkeiten eine "Regionalmacht mit regionalen Sorgen". Dass sich Chinas Verteidigungshaushalt 2010 trotz der weltweiten Finanzkrise um 7,5 Prozent erhöht habe, bereite aber weiterhin Sorge, erklärte das renommierte Institut in London in seinem Jahresbericht "Militärische Balance 2011". Chinas Hauptaugenmerk richte sich jedoch auf regionale Fragen wie den Status von Taiwan und Konflikte in der süd- und ostchinesischen See.

Nach den weltgrößten Armeen Chinas, der USA und Indiens rangiert Nordkorea auf Platz vier, heißt es in dem Jahresbericht. Rund fünf Prozent der 24 Millionen Nordkoreaner seien militärisch aktiv und "diese Truppen sind mit einem beträchtlichen Aufgebot an militärischer Ausrüstung ausgestattet". Nordkorea hatte im November international Besorgnis ausgelöst, als es US-Experten eine offenbar funktionsbereite Uran-Anreicherungsanlage zeigte. Befürchtet wird nun, dass Nordkorea auch hochangereichertes waffenfähiges Uran herstellen könnte. Nordkorea hat nach Angaben des IISS bereits genug Plutonium für vier bis acht atomare Sprengköpfe.

(Foto: picture alliance / dpa)

China hingegen bleibe "im Großen und Ganzen eine Regionalmacht mit regionalen Sorgen, wie es 2010 in einer Reihe von Militärübungen, Bauvorhaben und Anschaffungen gezeigt hat", heißt es in dem Jahresbericht. Trotzdem beobachteten andere Militärmächte der Welt China mit Vorsicht, da es "sich versuchsweise mit Operationen weiter vorwagt". Angesichts des Anstiegs der chinesischen Militärausgaben in diesem Jahr um 12,7 Prozent auf 601,1 Milliarden Yuan, umgerechnet 65,6 Milliarden Euro, fühlten sich einige in ihrer Sorge bestärkt.

Chinas Streben, den technologischen Rückstand gegenüber dem Westen aufzuholen, könnte laut IISS durch "ernsthafte strukturelle Schwächen" unterwandert werden. Waffenfabriken seien über das weite Land verstreut, ihre Maschinen und Forschungsabteilungen oft veraltet.

Quelle: n-tv.de

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