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In jüngster Zeit gibt es neue Spannungen zwischen Nord- und Südkorea.
In jüngster Zeit gibt es neue Spannungen zwischen Nord- und Südkorea.(Foto: dpa)

Erstmals seit 16 Jahren: Nordkoreas Radio sendet mysteriöse Zahlen

Bereits zweimal lässt das nordkoreanische Radio rätselhafte Zahlenreihen verlesen. Auch Zuhörer im Süden der geteilten Halbinsel empfangen die Botschaften. Das Ganze erinnert an die psychologische Kriegsführung vergangener Jahre.

Trotz der hochentwickelten Spionage-Techniken der Gegenwart kehrt Nordkorea offenbar zu einer altbewährten Methode zurück: Gleich zweimal hat das nordkoreanische Radio in den vergangenen Wochen Zahlen verlesen lassen, die scheinbar wahllos aneinandergereiht waren, wie die "New York Times" berichtete. Dies erinnert an eine Ära, in der Nordkorea seinen Spionen in Südkorea über verschlüsselte Radio-Botschaften Nachrichten zukommen ließ.

Vor mehr als einer Woche war es wieder soweit: Eine Radiosprecherin kündigte zunächst eine "mathematische Aufgabe" für den "investigativen Agenten Nr. 27", der ein Fernstudium mache, an. Dann folgten unter anderem folgende Angaben: "Gehe zu Seite 459, Nr. 35; Seite 913, Nr. 55; Seite 135, Nr. 86." Für weitere 14 Minuten nannte die Sprecherin Zahlenreihen.

Vor Jahrzehnten hörten die Bürger in Südkorea immer wieder derartige mysteriöse Nummern, die über das Radio aus dem Norden der geteilten Halbinsel gesendet wurden. Die südkoreanische Regierung versuchte, diese Signale zu blocken.

Botschaften für Spione im Süden

Der ehemalige nordkoreanische Agent Kim Dong-sik erklärte, er hätte diesen Übertragungen jeden Abend gelauscht, um herauszufinden, ob sein Spionage-Chef eine Botschaft für ihn hätte. Kim wurde im Jahr 1995 nach einer Schießerei von den südkoreanischen Behörden geschnappt. Mittlerweile arbeitet er für den ehemaligen Gegner.

Die beiden erneuten Radio-Übertragungen der jüngsten Vergangenheit, die von Südkorea bestätigt wurden, sind die ersten ihrer Art seit 16 Jahren. Allerdings lassen sie die Spionage-Spezialisten im Süden etwas ratlos zurück. Unklar ist, welche Ziele der Norden damit verfolgt. Analysten sagen, dass mit den erneuten Zahlen-Botschaften die Ängste vieler Südkoreaner vor einer erneuten Eskalation der psychologischen Kriegsführung wiederaufleben.

In der vergangenen Wochen war es erneut zu Spannungen auf der koreanischen Halbinsel gekommen. Auslöser waren die jüngsten Raketentests des Nordens. Nordkorea hatte trotz eines Verbots des UN-Sicherheitsrats drei ballistische Raketen in Richtung des Japanischen Meeres abgefeuert. Mit diesen habe das Land Präventivschläge gegen südkoreanische Häfen und vom US-Militär benutzte Fluglandeplätze simuliert, hieß es nach Darstellung Nordkoreas.

Quelle: n-tv.de

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