Politik
Wahlplakate der Arbeiterpartei (l.) und der rechtspopulistischen Fortschrittspartei im Zentrum von Oslo.
Wahlplakate der Arbeiterpartei (l.) und der rechtspopulistischen Fortschrittspartei im Zentrum von Oslo.(Foto: dpa)
Montag, 11. September 2017

Wer kommt ins Parlament?: Norwegen entscheidet seinen Wahlkrimi

Bei der norwegischen Parlamentswahl liefern sich Konservative und Sozialdemokraten ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Ausschlaggebend dürften am Ende die kleinen Parteien sein, von denen eine mit norwegischen Traditionen brechen will.

Minderheitsregierungen sind in Norwegen keine Seltenheit. Seit vier Jahren führt Ministerpräsidentin Erna Solberg von der konservativen Høyre eine Koalition mit der rechtspopulistischen Fortschrittspartei (FRP) an, die von der christlichen KRF und der liberalen Venstre geduldet wird. Auch bei der Parlamentswahl am heutigen Montag dürften am Ende die kleinen Parteien entscheiden, wer neuer Ministerpräsident wird. In Umfragen lieferten sich Konservative und Sozialdemokraten ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Für ihre Wunschkoalitionen dürfte es aber nur durch die Duldung anderer Parteien zum Regierungsauftrag reichen.

Ministerpräsidentin Erna Solberg regiert derzeit mit einer Minderheitsregierung.
Ministerpräsidentin Erna Solberg regiert derzeit mit einer Minderheitsregierung.(Foto: dpa)

Schlecht für Solberg: Zuletzt war unklar, ob es die verbündeten Liberalen erneut über die Vier-Prozent-Hürde ins Parlament schaffen. Außerdem nahmen die Spannungen mit den Rechtspopulisten zuletzt zu.

Herausgefordert wird Solbergs Regierung von der sozialdemokratischen Arbeiterpartei (AP) mit ihrem Spitzenkandidaten Jonas Gahr Støre. Er baut auf die Unterstützung von Zentrumspartei und Sozialistischer Linkspartei, mit denen die Arbeiterpartei von 2005 bis 2013 zusammen regiert hatte, aber auch sie brauchen Unterstützung.

Grüne als Königsmacher

So könnten am Ende die Grünen den Königsmacher spielen. Sie wollen allerdings, dass Norwegen allmählich aus der lukrativen Öl- und Gasindustrie aussteigt. Mit dieser Forderung haben sie sich unter den anderen Parteien wenig Freunde gemacht. Parteichef Rasmus Hansson sagte, seine Partei werde wohl das Bündnis unterstützen, das "weniger schädlich für das Klima" sei.

Zur Wahl aufgerufen sind gut 3,8 Millionen Norweger. Sie können bis 21 Uhr ihre Stimmen abgeben. In rund 170 Kommunen konnte bereits am Sonntag gewählt werden. Ausgezählt werden alle Stimmen allerdings zusammen. Mehr als eine Million Norweger hat zudem schon in einem der ausgewählten Wahllokale abgestimmt, die bereits seit August geöffnet sind. Gleichzeitig wussten Umfragen zufolge 640.000 Wähler eine Woche vor der Wahl noch nicht, für wen sie stimmen sollten.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen