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Der französische Notenbankchef will den Bankensektor durch mehr Kapital stabilisieren.
Der französische Notenbankchef will den Bankensektor durch mehr Kapital stabilisieren.(Foto: picture alliance / dpa)

Kunden sollen nicht zahlen: Notenbankchef fordert schnelle Bankenhilfe

Die griechischen Banken sind zurzeit von den ELA-Notfallkrediten abhängig. Der Präsident der französischen Zentralbank will deshalb, dass sie so schnell wie möglich eine Finanzspritze bekommen. Mit dem Vertrauen in den Sektor kämen auch die Einlagen zurück.

EZB-Ratsmitglied Christian Noyer spricht sich für eine schnelle erste Kapitalhilfe für die angeschlagenen griechischen Banken aus. Die Institute sollten die Kapitalspritze noch vor dem im Herbst geplanten Bilanzcheck der Europäischen Zentralbank (EZB) erhalten, sagte er der französischen Zeitung "Le Monde". Ein solcher Schritt wäre wünschenswert, um den Sektor zu stabilisieren. Im Herbst soll die EZB-Bankenaufsicht den genauen Kapitalbedarf der Institute ermitteln.

Große Bankkunden nach dem Vorbild Zyperns an einer Rekapitalisierung der Geldhäuser zu beteiligen, lehnt der französische Notenbank-Chef ab. Denn die meisten dieser Kunden seien kleinere und mittelgroße griechische Unternehmen. "Meine Haltung ist weit verbreitet im Rat der Gouverneure", sagte Noyer. Klarheit bei diesem Thema würde wieder Vertrauen schaffen und dafür sorgen, dass ein großer Teil der 90 Milliarden Euro zurückkehre, die seit 2010 aus dem Land geflossen seien. Woher das Geld konkret kommen sollte, sagte er aber nicht.

Deutsche rechnen trotz Hilfspaket mit Pleite

Bei der Bankenrettung in Zypern vor zwei Jahren wurden auch Inhaber großer Geldeinlagen beteiligt. In Griechenland gehören hohe Einlagenstände allerdings zu einem erheblichen Teil inländischen Firmen. Diese zu belasten würde nach Einschätzung von Experten die Wirtschaftsentwicklung des Landes weiter dämpfen.

Die meisten Deutschen glauben nicht, dass sich Griechenland wieder erholt. Trotz des geplanten dritten Rettungspakets rechnen sie einer Umfrage zufolge mit einer Pleite Griechenlands. Der Staatsbankrott sei nicht mehr abzuwenden, erklärten 71 Prozent der Befragten im ZDF-Politbarometer.

Nur jeder fünfte erwartet demnach, dass sich Griechenland mit den neuen Finanzspritzen dauerhaft aus der Krise befreien kann. Allerdings ist jeder zweite Deutsche dafür, dass Griechenland in der Euro-Zone bleibt. Anfang Juli, vor der Einigung auf Reformen und Hilfszahlungen, hatten nur 45 Prozent für den Verbleib in der Euro-Zone gestimmt.

Quelle: n-tv.de

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