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Obama in Fort Bragg.
Obama in Fort Bragg.(Foto: REUTERS)

"Weichen in Richtung Frieden": Obama lobt Irak-Krieg als Erfolg

Vor neun Jahren hatte der heutige US-Präsident Obama den Einmarsch in den Irak als "dummen Krieg" bezeichnet. Dann starben im Irak mehr als 100.000 Zivilisten und rund 4500 US-Soldaten. Heute lobt Obama den "Moment des Erfolgs". Den Soldaten sagt er: "Ich könnte nicht stolzer auf Sie sein."

Vor heimkehrenden Soldaten hat US-Präsident Barack Obama das Ende des Militäreinsatzes im Irak als nationalen Erfolgsmoment gefeiert. Der Präsident, der ursprünglich zu den Gegnern dieses 2003 von seinem Vorgänger begonnenen Kriegs gehört hatte, lobte zugleich die "außergewöhnlichen Leistungen" der USA in dem Einsatz.

"Als Ihr Oberbefehlshaber und im Namen einer dankbaren Nation - und ich weiß, dass Ihre Familien zustimmen - bin ich stolz darauf, endlich diese zwei Worte zu sagen: Willkommen daheim", rief Obama der jubelnden Menge auf der Militärbasis Fort Bragg im Bundesstaat North Carolina zu. In seiner Rede gedachte er auch der rund 4500 US-Soldaten, die in dem Krieg ums Leben kamen.

Mit auf der Bühne: Michelle Obama.
Mit auf der Bühne: Michelle Obama.(Foto: REUTERS)

Vor der Kulisse von Transportflugzeugen und wüstenfarbenen Armeefahrzeugen erinnerte Obama an das "Kämpfen und Sterben" und "Bluten und Aufbauen" der US-Soldaten, das schließlich zu diesem "Moment des Erfolges" geführt habe. Dank ihrer "Opfer" hätten die Iraker nun ihr eigenes Schicksal in der Hand.

"Irak stabil und selbstständig"

"Irak ist kein perfekter Ort", räumte Obama ein, der mit seiner Frau Michelle nach Fort Bragg gekommen war. Vor dem Irak lägen "Herausforderungen". Aber die US-Truppen verließen ein Land, das "souverän und stabil" sei. "Das ist eine außergewöhnliche Errungenschaft." Den Soldaten sagte er: "Sie haben geholfen, die Weichen in Richtung Frieden zu stellen. ... Ich könnte nicht stolzer auf Sie sein."

Obamas Vorgänger George W. Bush hatte im Frühjahr 2003 gegen heftigen internationalen Widerstand den Einmarsch in den Irak befohlen und Machthaber Saddam Hussein gestürzt. Rivalitäten zwischen den sunnitischen und schiitischen Bevölkerungsgruppen und ein Erstarken des Terrornetzwerks Al-Kaida beförderten anschließend allerdings eine Spirale der Gewalt, der Schätzungen zufolge deutlich mehr als 100.000 irakische Zivilisten zum Opfer fielen.

"Quelle für große Kontroversen"

Als Abgeordneter im Senat des Bundesstaates Illinois hatte Obama den Einmarsch in den Irak einst als "dummen Krieg" bezeichnet und war 2008 mit dem Versprechen in den Präsidentschaftswahlkampf gezogen, den Militäreinsatz zu beenden. In seiner Rede erinnerte Obama nun daran, dass der Krieg "eine Quelle für große Kontroversen" in den USA gewesen sei.

Eine Umarmung von der First Lady für die Rede des Präsidenten.
Eine Umarmung von der First Lady für die Rede des Präsidenten.(Foto: REUTERS)

Der Präsident räumte zugleich ein, dass Worte der Anerkennung und des Dankes "billig" seien. Nun sei es an der Zeit, dass sich das Land der Heimkehrer annehme, die ihr Leben im Irak riskiert hätten. Er spielte damit wahrscheinlich unter anderem auf die überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit unter Veteranen der Kriege im Irak und in Afghanistan an.

Termin steht seit 2008 fest

Auf dem Höhepunkt des Einsatzes waren 2007 rund 170.000 US-Soldaten im Irak stationiert. Im Oktober hatte Obama den Abzug so gut wie aller Truppen bis Jahresende angekündigt. Der Termin steht offiziell bereits seit 2008 fest, im Sommer 2010 hatten die letzten US-Kampftruppen den Irak verlassen. Beide Regierungen führten aber Verhandlungen über den Verbleib tausender US-Soldaten zur Ausbildung einheimischer Sicherheitskräfte. Die Gespräche scheiterten, weil Bagdad den US-Militärs keinen Schutz vor Strafverfolgung gewähren wollte.

Der Irak hat in den vergangenen Jahren eigene Armee- und Polizeikräfte mit einer Stärke von mehr als 900.000 Mann aufgebaut, die künftig die Stabilität garantieren sollen.

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Quelle: n-tv.de

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