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Der "Anti-Terror-Feldzug": USA eröffnen neue Frontlinie gegen IS

Der Krieg gegen den IS wird ausgeweitet. So wollen die USA nun auch Luftschläge in Syrien fliegen. Gleichzeitig will US-Präsident Obama syrische Rebellen ausbilden und ausrüsten. Er schwört die USA auf einen "dauerhaften und unnachgiebigen Einsatz" ein.

Im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) weiten die USA ihre Luftangriffe vom Irak auf Syrien aus. Er werde nicht zögern, in beiden Ländern gegen die Dschihadisten vorzugehen, sagte Präsident Barack Obama in seiner Rede an die Nation.

Wann die ersten Angriffe im an den Irak grenzenden Bürgerkriegsland geflogen würden, sagte Obama nicht. "Wir werden unsere Faustschläge nicht telegrafieren", sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter kurz vor der Rede an ein TV-Millionenpublikum. Man werde "zu einer Zeit und an einem Ort unserer Wahl" zuschlagen.

Eine Zustimmung des Kongresses benötigt Obama, der als Präsident zugleich Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte ist, nach Einschätzung der US-Regierung nicht. Zuvor hatte er lediglich die vier führenden Politiker von Demokraten und Republikanern ins Weiße Haus geladen, um seine Strategie im Kampf gegen IS zu besprechen. 

Das US-Militär hatte vor rund vier Wochen begonnen, Stellungen des IS im Irak zu bombardieren und seitdem mehr als 150 Angriffe geflogen. Dabei wurden nach Angaben des Pentagon mindestens 212 Ziele der Dschihadisten beschädigt oder zerstört.

Weitere Soldaten in den Irak

Gleichzeitig kündigte Obama einen langen Kampf an: "Dieser Anti-Terror-Feldzug wird mit einem dauerhaften, unnachgiebigen Einsatz geführt werden, um IS zu zerstören - wo auch immer sie sich aufhalten - unter Verwendung unserer Luftwaffe und mit unserer Unterstützung der Bodentruppen befreundeter Staaten." Den Einsatz von US-Soldaten auf ausländischem Boden schloss der Präsident aber erneut aus.

Obama erklärte zudem die Entsendung von 475 weiteren Soldaten in den Irak. Sie sollen dort irakische und kurdische Kräfte ausbilden, ausrüsten und beraten. Damit steigt die Zahl der in den Irak beorderten Soldaten auf etwa 1500.

Ausbilden und ausrüsten

Obama rief zudem den Kongress auf, die Ausbildung und Ausrüstung moderater syrischer Rebellen zu genehmigen. Dafür müsste ein entsprechendes Gesetz erweitert werden, das die Befugnisse der US-Streitkräfte regelt.

Hintergrund ist laut Experten, dass strikt gesehen Ausbilder als uniformierte US-Militärangehörige in die Kategorie von Bodentruppen fallen, auch wenn sie keine Kampfeinsätze leisten. Unklar ist, ob die US-Soldaten das Training direkt in Syrien oder in anderen Ländern durchführen sollen.

Der "New York Times" zufolge hat Saudi-Arabien angedeutet, Standorte für die Ausbildung zur Verfügung zu stellen. Obama hatte zuvor mit dem saudischen König Abdullah telefoniert. Beide riefen zu größerer Unterstützung der moderaten Rebellen in Syrien auf. Dies sei "von grundlegender Bedeutung", um den IS-Extremisten, aber auch dem Regime von Präsident Baschar al-Assad entgegenzutreten.

Nach Medienberichten bilden die USA bereits seit längerem in Jordanien Mitglieder der Freien Syrischen Armee aus. Allerdings handele es sich dabei um eine verdeckte Aktion des Geheimdienstes CIA und nicht um einen offiziellen Militäreinsatz.

Frankreich mit an Bord

In seinem Bemühen um eine breite internationale Koalition gegen die Dschihadisten telefonierte Obama auch mit dem saudiarabischen König Abdallah. Nach Angaben des Weißen Hauses verständigten sich beide auf "die Notwendigkeit von gesteigerter Ausbildung und Ausrüstung der moderaten syrischen Opposition". Die Stärkung der moderaten Rebellen sei für den Kampf sowohl gegen die IS-Extremisten als auch gegen die Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad von zentraler Bedeutung, hieß es.

Indes hat sich die französische Regierung zu einer Beteiligung an Luftangriffen gegen die IS im Irak bereit erklärt. Frankreich werde sich "wenn nötig" an Luftangriffen beteiligen, sagte Außenminister Laurent Fabius. Frankreich helfe bereits auf Bitten der irakischen Regierung und der Minderheiten des Landes "mit der Lieferung von militärischer Ausrüstung und humanitären Hilfen".

Quelle: n-tv.de

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