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Auch Bio-Bauern müssen Geld verdienen.
Auch Bio-Bauern müssen Geld verdienen.(Foto: picture alliance / dpa)

Preisdruck durch Importe: Öko-Bauern könnten aufgeben

Öko-Produkte zum Schnäppchenpreis - womit Lebensmitteldiscounter werben, wird nach Einschätzung von Politikern für die Ökobauern allmählich zum Problem. Schon denken einige frustrierte Ökobauern an eine Rolle rückwärts.

Das Preisdumping bei Bio-Produkten gefährdet nach Einschätzung des mecklenburgischen Agrar- und Umweltministers Till Backhaus (SPD) zunehmend den Öko-Landbau in Deutschland. Bioprodukte seien wegen Importen aus dem Ausland inzwischen so preiswert, dass sich der Ökoanbau in Deutschland immer weniger lohne, warnte Backhaus auf der Biofach-Messe in Nürnberg.

So sei Rindfleisch aus ökologischer Erzeugung nur noch um sechs Prozent teurer als konventionell erzeugte Ware. "Das führt dazu, dass viele Öko-Betriebe inzwischen sehr genau darüber nachdenken, ob sie so weitermachen sollen". Er sehe die Gefahr eines "Rückumstiegs" - dass Ökobauern wieder zu konventionellen Anbaumethoden zurückkehrten, betonte er auf einer Veranstaltung des Deutschen Bauernverbandes (DBV).

Um langfristig überleben zu können, müssten nach seiner Ansicht ökologisch erzeugte Lebensmittel rund 30 Prozent teurer sein als Erzeugnisse aus konventionellem Anbau. Vom Lebensmittelhandel verlangte Backhaus ein größeres Verantwortungsgefühl gegenüber Öko-Landwirten. Nur wenn sie diese einträglichen Preise sicherten, blieben ihnen deutsche Ökobauern als zuverlässige Lieferanten dauerhaft erhalten.

Verdienst muss stimmen

Auch nach Erkenntnissen des Bauernverbandes würden mehr Landwirte auf Öko-Anbau umstellen, wenn sie höhere Erzeugerpreise für ihre Bioprodukte erhielten. Bei einer DBV-Umfrage vom Dezember 2012 hätten 54 Prozent der befragten Landwirte diesen Punkt als wichtige Voraussetzung für eine Umstellung ihres Betriebes genannt; im Dezember 2009 waren es lediglich 33 Prozent gewesen.

Schon seit Jahren liegt der DBV-Umfrage zufolge der Anteil der umstellungswilligen landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland bei 11 Prozent. Ansonsten seien konventionell und ökologisch wirtschaftende Landwirte in wirtschaftlicher Hinsicht "gar nicht so weit voneinander entfernt", betonte DBV-Generalsekretär Helmut Born. Sie hätten etwa den gleichen Hektarumsatz. Ökobauern bezögen aber wegen des deutlich höheren Personalaufwandes höhere staatliche Zuschüsse, zeigten jüngere Betriebsvergleiche.

Quelle: n-tv.de

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