Er hat es der Welt wieder einmal gezeigt. Nordkoreas Machthaber Kim Jong-il ließ am 9. Oktober einen Atomtest durchführen.Bild 1 von 89 Er erreichte damit, dass sein stalinistisches Regime im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit steht. Vor allem Nordkoreas Nachbarn sind beunruhigt.Bild 2 von 89 In den vergangenen Jahren kamen keine guten Nachrichten aus Pjöngjang. Das ökonomisch marode Nordkorea rasselte immer lauter mit dem Säbel.Bild 3 von 89 Der 65-jährige Diktator setzte immer mehr auf militärische Macht.Bild 4 von 89 Mit seinen 23 Millionen Einwohnern leistet sich Nordkorea - offizieller Name ist Demokratische Volksrepublik Korea - eine Armee mit mehr als einer Million Soldaten.Bild 5 von 89 Begründet wird diese Politik mit der "wachsenden Bedrohung durch den USA-Imperialismus und seiner südkoreanischen Helfershelfer".Bild 6 von 89 Zwischen Nord- und Südkorea gibt es keinen Friedensvertrag. Nach dem Korea-Krieg (1950 bis 1953) wurde zwischen beiden Staaten lediglich ein Waffenstillstand vereinbart.Bild 7 von 89 Am 48. Breitengrad wurde eine demilitarisierte Zone eingerichtet. Dennoch wächst in Südkorea die Angst vor einem nordkoreanischen Angriff.Bild 8 von 89 Und die Angst ist nicht unbegründet. Das Regime in Pjöngjang trieb sein Atomwaffenprogramm voran. Auf diesem Bild ist die Atomanlage in Yongbyon zu sehen.Bild 9 von 89 Eine Interkontinentalrakete des Typs "Taepodong-2" soll - mit einem Atomsprengkopf bestückt - sogar die Westküste der USA erreichen können.Bild 10 von 89 Auf internationale Empörung stieß die Tatsache, dass Nordkorea 2005 die Atomgespräche der beiden koreanischen Staaten mit China, Japan, den USA und Russland verließ.Bild 11 von 89 Vor allem in Südkorea kam es zu massiven Protesten gegen das Regime von Kim Jong-il. Der nordkoreanische Machthaber wird dort als größte Bedrohung angesehen.Bild 12 von 89 Demonstration vor dem ...Bild 13 von 89 ... Außenministerium in Seoul.Bild 14 von 89 Die nordkoreanische Propagandamaschine läuft auf Hochtouren. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) und die USA werden als Bedrohung angesehen.Bild 15 von 89 Die bilateralen Gespräche verliefen 2005 erfolglos. Hier wartet Nordkoreas Chefdelegierter Kim Man-gil an der Grenzstadt Kaesong auf seinen südkoreanischen Kollegen.Bild 16 von 89 Südkorea bereitet sich auf den möglichen Ernstfall vor. Sein Militär soll einen neuen Marschflugkörper entwickelt haben. Dieser soll allerdings neben Zielen in Nordkorea auch Teile von Japan, China und Russland erreichen können.Bild 17 von 89 Erst im September 2006 wurde bekannt, dass Südkorea eine "Cheonryong" (Himmelsdrache) benannte Cruise Missile mit einer Reichweite von 500 Kilometern entwickelt hat.Bild 18 von 89 Vorbei ist die Phase der so genannten "Sonnenscheinpolitik" des damaligen südkoreanischen Präsidenten Kim Dae-jung.Bild 19 von 89 Er hatte im Jahr 2000 Pjöngjang besucht und dort mit Kim Jong-il gesprochen.Bild 20 von 89 Zwischen beiden Staaten wurde damals u.a. die Erneuerung der Verkehrsverbindungen vereinbart. Sie waren jahrzehntelang außer Betrieb.Bild 21 von 89 Kurzfristig waren auch Besuche von durch die Teilung Koreas getrennt lebenden Familienangehörigen möglich.Bild 22 von 89 Ankunft von Südkoreanern auf dem Pjöngjanger Flughafen.Bild 23 von 89 Die Hoffnung auf eine Öffnung Nordkoreas erfüllte sich aber nicht. Die nordkoreanische Kultur ...Bild 24 von 89 ... ist von der Verherrlichung Kim Jong-ils und seines verstorbenen Vaters Kim Il-sung geprägt.Bild 25 von 89 Nordkorea hat einen kommunistischen Personenkult hervorgebracht, der an Fanatismus selbst den Kult um Mao Tse-tung in China oder Josef Stalin in der ehemaligen Sowjetunion übertrifft.Bild 26 von 89 Das Parlament ist nur formell das höchste Machtorgan des Staates. Es tritt allerdings nur maximal zwei Mal im Jahr zusammen.Bild 27 von 89 Die Regierungsgewalt wird von der Partei der Arbeit Koreas (PdAK) ausgeübt. Es herrscht im Reiche der Kims offiziell der "demokratische Zentralismus".Bild 28 von 89 In Nordkorea existiert eine totalitäre Diktatur. Kim Jong-il wurde allerdings nicht Präsident.Bild 29 von 89 Dieser Posten wurde Kim Il-sung, dem "Ewigen Präsidenten", vorbehalten.Bild 30 von 89 Denkmäler des "Großen Führers" - so die offizielle Bezeichnung Kim Il-sungs in Nordkorea - sind auf ...Bild 31 von 89 ... allen öffentlichen Plätzen zu finden.Bild 32 von 89 Parade in Pjöngjang anlässlich des 60. Jahrestages des Gründung der Staatspartei.Bild 33 von 89 Unvergessen sind auch solche Bilder: Kollektives Weinen nach dem Tod Kim Il-sungs im Jahre 1994.Bild 34 von 89 Kim Jong-il war bereits seit 1974 offiziell Nachfolgers seines Vaters. Er nahm den Titel des "Geliebten Führers" an.Bild 35 von 89 Kim Il-sung hatte seine Herrschaft mit seinem eigenen Denken untermauert. Man nennt es "Kimilsung-joo-eui" (Kimilsungismus). Der geläufigere Name lautet allerdings "Juche" (Selbstvertrauen).Bild 36 von 89 Die "Juche"-Ideologie war Basis für den eigenwilligen kommunistischen Weg Nordkoreas. Sie bedeutete auch eine gewisse Abgrenzung von den kommunistischen Hauptmächten Sowjetunion und China. "Juche" sei selbst dem Leninismus überlegen, wurde propagiert.Bild 37 von 89 Sie beförderte aber auch den Personenkult um beide Kims. Hier ein Foto Kim Jong-ils auf einem Buch mit dem Titel "Der große Lehrer der Journalisten", das 1983 veröffentlicht wurde.Bild 38 von 89 Wie sein Vater führt auch Kim Jong-il Nordkorea mit harter Hand. Er stützt sich dabei auf das Militär.Bild 39 von 89 Rund 25 Prozent des Bruttoinlandsprodukts sollen dem Militärhaushalt des Landes zufließen. Dies gibt es in keinem anderen Land.Bild 40 von 89 Die Nordkoreaner sehen sich einer ideologischen Gehirnwäsche ausgesetzt. Ihnen wird suggeriert, ...Bild 41 von 89 ... sie lebten in paradiesischen Verhältnissen. Die Menschen glauben mehrheitlich den Verheißungen des "Geliebten Führers". Durch die staatliche Medienkontrolle kommen sie zumeist an keine unabhängigen Informationen.Bild 42 von 89 Aber die Wirklichkeit sieht in Nordkorea anders aus. Vor allem in den 1990er Jahren herrschte auf Grund von Missernten akute Lebensmittelknappheit.Bild 43 von 89 Große Teile der Bevölkerung litten Hunger. Viele Menschen fanden in diesen Jahren den Tod.Bild 44 von 89 Das Ausland schickte Hilfsgüter in das hermetisch abgeriegelte Land. Damit konnte die Not etwas gelindert werden.Bild 45 von 89 Lieferungen aus China passieren eine Brücke, die über den chinesisch-nordkoreanischen Grenzfluss Tumen führt.Bild 46 von 89 Verteilung von Hilfsgütern in einer nordkoreanischen Ortschaft. Ein großes Problem war, dass das Pjöngjanger Regime die Oberhoheit über die Verteilung der Lebensmittel behalten wollte.Bild 47 von 89 Erfolgsbilder: Dieser Familie ...Bild 48 von 89 ... und diesen Kindern konnte durch das UN-Welternährungsprogramm geholfen werden.Bild 49 von 89 Die Probleme sind aber geblieben. Nordkorea hat zumeist eine völlig veraltete Industrie ...Bild 50 von 89 ... und eine uneffektive Landwirtschaft. Trotz zuletzt besser ausgefallener Ernten bleibt das Land auf ausländische Lebensmittelhilfe angewiesen.Bild 51 von 89 Daran ändern auch solche Propagandabilder nichts. Kim Jong-il beim Besuch eines ...Bild 52 von 89 ... Gewächshauses einer Militärbasis.Bild 53 von 89 Die Wirklichkeit ist eine andere: Feldarbeit in der Nähe von Pjöngjang.Bild 54 von 89 Immer wieder sorgen Naturkatastrophen für schwere Rückschläge.Bild 55 von 89 Daran ändert auch der Einsatz von Soldaten, die zu Tausenden auf die Felder abkommandiert werden, nichts.Bild 56 von 89 Ideologie macht die Menschen nicht satt. Dennoch folgt die übergroße Mehrheit der Nordkoreaner ...Bild 57 von 89 ... dem Regime bedingungslos.Bild 58 von 89 Die körperlich schwere Arbeit - hier im Rahmen des UN-Programms "Nahrungsmittel für Arbeit" - wird ...Bild 59 von 89 ... natürlich politisch-ideologisch begleitet. Der Staat überlässt nichts dem Zufall.Bild 60 von 89 Kim Jong-il in seiner Lieblingspose. Hier gemeinsam mit Mitgliedern der Luftwaffeneinheit 447 der Koreanischen Volksarmee.Bild 61 von 89 Sein Regime inszenierte in der jüngsten Vergangenheit ...Bild 62 von 89 ... anti-amerikanische Proteste. Hier eine Massendemonstration der Einwohner Pjöngjangs am 25. Juni 2003.Bild 63 von 89 Kritik an der Führung werden streng bestraft. Hier ein Satellitenbild eines Gefangenenlagers in Nordkorea. Menschenrechtsgruppen berichten von mehreren Lagern.Bild 64 von 89 Gefangen sind auch Menschen auf Grund ihres Glaubens. In Nordkorea gibt es keine Religionsfreiheit.Bild 65 von 89 US-Präsident George W. Bush zählt Nordkorea zur "Achse des Bösen". Er verlangt von Pjöngjang die sofortige Einstellung des Atomwaffenprogramms.Bild 66 von 89 UN-Botschafter John Bolton arbeitete maßgeblich an der Verhängung von Sanktionen gegen Nordkorea mit.Bild 67 von 89 Kim hat international an Kredit verspielt. In Erinnerung ist noch der Besuch der ehemaligen US-Außenministerin Madeleine Albright im Jahr 2000 in Pjöngjang.Bild 68 von 89 Aber Kim behielt seinen Atomkurs bei. Dieser ist für die Vereinigten Staaten völlig inakzeptabel.Bild 69 von 89 Einen harten Kurs fährt auch Japan (hier der ehemalige Ministerpräsident Junichiro Koizumi bei einem Besuch in Pjöngjang im Jahre 2002).Bild 70 von 89 Grund des kompromisslosen Verhaltens der Regierung in Tokio sind auch die Entführungen von Japanern und Südkoreanern nach Nordkorea. Einige der Entführten sind bis heute nicht in ihre Heimat zurückgekehrt.Bild 71 von 89 Die Rückkehr Nordkoreas an den Verhandlungstisch wurde aber durch das Verhalten Chinas möglich.Bild 72 von 89 Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao hatte bislang erfolglos versucht, Nordkorea zum Einlenken zu bewegen. Peking ist nicht an einer Verschärfung der Spannungen vor seiner Haustür interessiert.Bild 73 von 89 Schon an der chinesisch-nordkoreanischen Grenze ...Bild 74 von 89 ... wird ein Gefälle offenbar, das größer kaum sein kann: Die ökonomische Supermacht der Zukunft, China, ...Bild 75 von 89 ... und das wirtschaftlich rückständige und völlig isolierte Nordkorea.Bild 76 von 89 Noch gibt es an der gemeinsamen Grenze keine Spannungen. Von der chinesischen Grenzstadt Dandong aus fotografierte nordkoreanische Soldaten ...Bild 77 von 89 ... einmal ganz anders.Bild 78 von 89 Das Wohlwollen Chinas ist so eine Art Lebensversicherung für das Regime von Kim Jong-il.Bild 79 von 89 Das weiß der Diktator. Er bemüht sich zudem um gute Beziehungen zu Russland. Auch die Moskauer Regierung ist von seinem Verhalten in der Atomfrage genervt.Bild 80 von 89 2002 unternahm Kim Jong-il eine Reise nach Russland. Wie immer flog er nicht, sondern fuhr im Zug.Bild 81 von 89 Kim mit seinen Bodyguards in Wladiwostok.Bild 82 von 89 Dort traf er mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammen.Bild 83 von 89 Alte brüderliche Bande bestehen nach wie vor.Bild 84 von 89 Dennoch erhöhte auch Russland den Druck auf Nordkorea. Das Ziel bleibe eine kernwaffenfreie koreanische Halbinsel, hieß es aus Moskau.Bild 85 von 89 Kim musste einlenken. Die so genannten Sechser-Gespräche wurden im Februar in Peking wieder aufgenommen.Bild 86 von 89 Dennoch bleibt Nordkorea ein ständiger Gefahrenherd. Der Erfolg der Verhandlungen muss sich erst in der Praxis erweisen.Bild 87 von 89 Allerdings ist Kim Jong-il Realist genug einzusehen, dass verschärfte Sanktionen gegen sein Land auch sein Machtgefüge zum Bröckeln bringen könnten. Hier ein älteres Familienfoto mit seinem Sohn Kim Jong-nam; stehend dahinter die Schwägerin Sung Hae-rang und ihre beiden Kinder.Bild 88 von 89 Die Verhandlungen in Peking zeigten jedoch, dass die USA mit Nordkorea ganz anders umgehen als mit dem Iran - das Land hat schließlich bereits Atomwaffen.Bild 89 von 89