Acht Jahre Cheney und Bush: Ohne Maßstab und Moral
Bilderserien
Acht Jahre Bush gehen zu Ende.Bild 1 von 60 Acht Jahre, in denen der "rule of law", der Rechtsstaat, mit Füßen getreten wurde, ...Bild 2 von 60 ... acht Jahre, in denen die Spaltung der USA rücksichtslos vertieft ...Bild 3 von 60 ... und die Teilung der Welt in "gut" und "böse" vorangetrieben wurde, ohne die Folgen zu bedenken, ...Bild 4 von 60 ... acht Jahre, in denen die US-Regierung den Kampf gegen den Klimawandel blockiert hat, ...Bild 5 von 60 ... acht Jahre, in denen internationale Abkommen und internationale Institutionen mit Miss- oder gar Verachtung gestraft wurden.Bild 6 von 60 Die Unfähigkeit der Bush-Regierung hatte System: Ideologen interessieren sich für Ideologien, nicht für die reale Welt.Bild 7 von 60 Mittlerweile ist George W. Bush einer der unpopulärsten Präsidenten in der Geschichte der USA. Erstaunlich daran ist nur, dass es Präsidenten gab, die noch unbeliebter waren.Bild 8 von 60 Das politische und moralische Versagen der Bush-Regierung lässt sich in wenigen Stichworten aufzählen: ...Bild 9 von 60 ... der Umgang mit Terrorverdächtigen - sie wurden entführt, sie wurden ohne Urteil, Anklage oder Kontakt zu einem Anwalt eingesperrt, sie wurden gefoltert; ...Bild 10 von 60 ... der Irak-Krieg, der vorbereitet wurde mit gefälschten Beweisen über angebliche Massenvernichtungswaffen und mit falschen Behauptungen über Verbindungen zwischen Saddam Hussein und Osama bin Laden; ...Bild 11 von 60 ... das Leugnen des Klimawandels - erst 2007 räumte die Bush-Regierung offiziell ein, dass der Klimawandel vom Menschen verursacht ist und dass ein internationales Krisenmanagement notwendig ist; ...Bild 12 von 60 ... schließlich das dramatische Versagen der Regierung in New Orleans nach dem Hurrikan "Katrina".Bild 13 von 60 Es fing schon seltsam an.Bild 14 von 60 Als George W. Bush dann im Januar 2001 Präsident der Vereinigten Staaten wurde, war die Skepsis im Ausland groß.Bild 15 von 60 Die britische "Times" sah das positiv: "Der neue Präsident profitiert von geringen Erwartungen. Die wird er wohl übertreffen".Bild 16 von 60 Der "Spiegel" teilte diese Hoffnung nicht: Mit dem Amtsantritt von Bush Junior gebe "ein neues Machtkartell in Washington den Ton an, eine Koalition aus Industrie und konservativen Hardlinern".Bild 17 von 60 Das neue Kabinett, so das Magazin, lese sich "wie das 'Who's who' jener Branchen, welche die Republikaner mit umfänglichsten Zuwendungen bedachten - ...Bild 18 von 60 ... Verteidigung: Donald Rumsfeld (Pharmaindustrie), Landwirtschaft: Ann Veneman (Lebensmittel), Handel: Donald Evans (Öl), Stabschef: Andrew Card (Automobilbau)" (von links).Bild 19 von 60 Auch in den USA hatte Bush nicht unbedingt den Ruf, ein besonders nachdenklicher Mensch zu sein. Bereits im Mai 2001 erschien die erste Sammlung von "Bushisms", das Buch "The Bush Dyslexicon: Observations on a National Disorder".Bild 20 von 60 Ähnliche Bücher waren später auch in Deutschland sehr erfolgreich. Bei oberflächlicher Betrachtung schien das Urteil zu stimmen: ...Bild 21 von 60 Bush wirkte unbeholfen, vermied Pressekonferenzen und hielt in den ersten neun Monaten seiner Amtszeit nur eine Fernsehansprache.Bild 22 von 60 Doch Bush war alles andere als ein Trottel - um es mit einem Bushismus zu sagen: Er wurde missunterschätzt.Bild 23 von 60 Dass Bush führen kann, bewies er nach dem 11. September. Die ersten Bilder, die ihn verunsichert zeigten, blieben zwar lange im Gedächtnis.Bild 24 von 60 Den wahren Bush sah man auf anderen Bildern. Er schaffte es, die Nation hinter sich zu versammeln, ...Bild 25 von 60 ... doch er schaffte es nicht, eine Politik zu entwickeln, die den Anforderungen der Zeit gerecht wurde.Bild 26 von 60 Er interessiere sich "nicht für die Mittel, sondern für die Ergebnisse", heißt es in seiner Autobiographie "A Charge to Keep" aus dem Vorwahljahr 1999.Bild 27 von 60 Sein Glaube an Gott befreie ihn, "Entscheidungen zu treffen, die anderen vielleicht nicht gefallen" und "das Richtige zu tun", auch wenn es in den Umfragen nicht gut ankomme.Bild 28 von 60 Bush befand sich auf einer Mission, deren Ziel er allerdings selbst nicht so genau zu kennen schien. Vor allem außen- und sicherheitspolitisch war der charmante Bush damit der ideale Kommunikator für den wirklich starken Mann im Weißen Haus:Bild 29 von 60 Richard "Dick" Cheney.Bild 30 von 60 Cheney war unter Bush Senior Verteidigungsminister gewesen.Bild 31 von 60 Zusammen mit seinem alten Freund Donald Rumsfeld - hier beide auf einem Foto von 1975, als Rumsfeld Stabschef im Weißen Haus und Cheney sein Vize war - hatte er 1997 den neokonservativen Think Tank "Project for the New American Century" (PNAC) gegründet.Bild 32 von 60 Nach seiner Zeit als Verteidigungsminister ging Cheney in die Wirtschaft. Er wurde Chef des Öl-Dienstleisters Halliburton und als solcher ein reicher Mann.Bild 33 von 60 Den Job des Vizepräsidenten gab er sich selbst. Das lief so ab: Cheney stand an der Spitze des Komitees, das den Vizepräsidenten für Bush suchen sollte.Bild 34 von 60 Er wählte sich selbst. Dies sei "the most Machiavellian fucking thing I've ever seen" gewesen, soll ein Cheney-Freund gewitzelt haben.Bild 35 von 60 Die Journalistin Jane Mayer schreibt, Bush habe sich zwar für den "Entscheider" gehalten. Doch habe Cheney im Vorfeld einer Entscheidung daran gearbeitet, Bushs Spielraum drastisch einzuschränken.Bild 36 von 60 Cheney gilt als derjenige, der dafür verantwortlich ist, dass die US-Regierung den Sinn für Maßstäbe und Moral verlor; er sei beispielsweise "die wahre Quelle" der Folter-Politik der US-Regierung gewesen, meint Mayer.Bild 37 von 60 "Cheney hatte größere Macht und Einfluss als alle Vizepräsidenten vor ihm in der Geschichte, und niemand wusste wirklich, wie umfangreich er sie ausübte", schreibt auch Scott McClellan, von 2003 bis 2006 Sprecher des Präsidenten.Bild 38 von 60 McClellan nennt Cheney "the magic man", den Zauberer. "Niemand wusste besser, wie man die Abläufe hinter dem Vorhang stehend manipulierte, ...Bild 39 von 60 ... während das große Stück auf der Bühne aufgeführt wurde."Bild 40 von 60 Bushs vages Ziel einer freien Welt ließ sich perfekt mit dem Ziel der Kontrolle über die Ölvorräte des Irak verbinden. Auch Bush war dabei Realist genug, um zu sehen, worauf es wirklich ankam.Bild 41 von 60 Bei einem Treffen mit republikanischen Gouverneuren im September 2002 sagte er, die Planung der Regierung werde "sicherstellen, ...Bild 42 von 60 ... dass es zu keiner Unterbrechung der Ölversorgung kommt; wir sehen uns alle Optionen an, den Ölfluss zu erhöhen".Bild 43 von 60 Schon im März 2001 hatte sich Cheneys "energy task force" mit den irakischen Ölvorkommen beschäftigt. Im Mai 2001 legte diese Arbeitsgruppe einen Bericht mit Empfehlungen vor (hier in der Hand von Energieminister Edward Spencer Abraham).Bild 44 von 60 Der Cheney-Report wurde die Grundlage der Energiepolitik der Bush-Regierung. Nur auf den ersten Blick erstaunt, dass die Treffen der Energie-Arbeitsgruppe geheim waren: Ihr gehörten die Chefs der führenden Energiekonzerne an. Nachhaltigkeit war deren Ziel nicht.Bild 45 von 60 Eine offizielle Liste der Teilnehmer an den Debatten der Cheney-Task-Force wurde nie veröffentlicht, Klagen gegen diese Geheimhaltung wurden abgeschmettert.Bild 46 von 60 Was bleibt von den acht Jahren Bush? Das Friedensabkommen für den Nahen Osten, das der Präsident - wie er im November 2007 sagte - bis zum Ende seiner Amtszeit erreichen wollte, ist nicht gekommen.Bild 47 von 60 Die Lage im Irak ist seit einem Strategiewechsel Anfang 2007 nicht mehr ganz so katastrophal. Die von Bush verkündete Vision eines demokratischen, stabilen Irak mag weiterhin unwahrscheinlich sein, ausgeschlossen ist sie nicht.Bild 48 von 60 Dennoch: Der Preis für den Sieg im Irak - wenn er je kommen sollte - war hoch: mehr als 4000 tote US-Soldaten, mehr als 300 tote Soldaten aus den anderen Ländern der "Koalition", ...Bild 49 von 60 ... knapp 44.000 tote irakische Zivilisten allein seit April 2005, im selben Zeitraum 7000 tote irakische Sicherheitskräfte. Dies sind nur die offiziellen Zahlen (nach icasualties.org).Bild 50 von 60 Die Website Iraq Body Count listet bis zu 96.000 zivile Todesfälle seit Beginn des Krieges auf - und dies sind nur Fälle, die von Journalisten erfasst wurden. Die realen Zahlen dürften weitaus höher sein.Bild 51 von 60 "Ich glaube, ich werde als Typ in Erinnerung bleiben, der es mit ein paar ziemlich schwierigen Problemen zu tun hatte und diese direkt angegangen ist, ohne sich davor zu drücken", sagte Bush im November 2007 im Interview mit Peter Kloeppel.Bild 52 von 60 "Aber wissen Sie was? Ich werde tot sein, bevor das Urteil über meine Amtszeit schließlich feststeht, denn historisch dauert es immer eine Weile, bevor die wahre Geschichte einer Regierung geschrieben ist."Bild 53 von 60 Kloeppel schien davon nicht überzeugt zu sein. "Wir beide werden noch erleben, was passiert", sagte er. "Vielleicht sind wir dann doch noch nicht tot."Bild 54 von 60 Der Irak ist nur eines von vielen Problemen, die Bush hinterlässt. Der Staatshaushalt, den Bush mit einem Überschuss vorgefunden hatte, lag im Haushaltjahr 2007/2008 mit 455 Milliarden Dollar im Minus.Bild 55 von 60 Dazu kommen die Finanz- und Wirtschaftskrise, die Klimakrise, die Krise der Sozialsysteme in den USA, ...Bild 56 von 60 ... der Krieg in Afghanistan, der Konflikt mit dem Iran, die Instabilität Pakistans - eine Fülle von Herausforderungen, die in vier oder acht Jahren kaum zu bewältigen sind.Bild 57 von 60 Politisch, wirtschaftlich und moralisch brauchen die USA einen radikalen Neuanfang. Im Weißen Haus warte ein "Alptraum" auf den Bush-Nachfolger, meint das Magazin "Newsweek".Bild 58 von 60 Die USA brauchen Wandel ...Bild 59 von 60 ... und Hoffnung. Immerhin: Es kann nur besser werden. (Bilder: AP / rts / dpa; Text: Hubertus Volmer)Bild 60 von 60