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In diesem Gefängnis wurden die Häftlinge misshandelt.
In diesem Gefängnis wurden die Häftlinge misshandelt.(Foto: AP)

Entschädigung für Leid in Abu Ghraib: Opfer erhalten Millionen US-Dollar

An den Misshandlungen an Häftlingen im irakischen Gefängnis Abu Ghraib waren nicht nur die bereits verurteilten US-Soldaten beteiligt. Sondern auch Dolmetscher. Einer ihrer Arbeitgeber zahlt nun an 71 Opfer mehrere Millionen Dollar.

Nach dem Misshandlungsskandal im irakischen Kriegsgefängnis Abu Ghraib hat ein Dienstleister der US-Armee zum ersten Mal eine Entschädigung an frühere Häftlinge gezahlt. In einer außergerichtlichen Einigung wurde 71 Ex-Gefangenen eine Summe von insgesamt 5,3 Millionen Dollar, umgerechnet rund 4 Millionen Euro zugesprochen, berichtet die "New York Times".

Die Kläger hatten in Abu Ghraib und anderen US-Kriegsgefängnissen im Irak gesessen und den Dolmetschern des Militär-Subunternehmens vorgeworfen, die Gefangenen selbst misshandelt oder den Missbrauch durch US-Soldaten gutgeheißen zu haben.

Die Fotos von den Misshandlungen waren 2004 um die Welt gegangen. Sie fachten den irakischen Widerstand gegen die amerikanische Besetzung zusätzlich an. Wegen des Abu-Ghraib-Skandals waren sieben US-Soldaten angeklagt und verurteilt worden.

Die Einigung der Kläger mit dem Subunternehmen wurde bereits im Oktober erzielt. Sie kam jetzt durch den Finanzbericht des Militär-Dienstleisters Engility Holdings ans Licht. Weder Klägeranwälte noch Unternehmensvertreter wollten den Fall kommentieren. Ein weiterer Prozess, bei dem vier frühere Gefangene klagen, soll noch in diesem Jahr verhandelt werden.

Quelle: n-tv.de

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