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Großeinsatz des Militärs in Burkina Faso.
Großeinsatz des Militärs in Burkina Faso.(Foto: dpa)

Anschläge in Ouagadougou: Opferzahl steigt auf 27

Terroralarm in der Hauptstadt von Burkina Faso: Bewaffnete überfallen zwei Hotels und ein Restaurant. Die Befreiungsaktion dauert Stunden. 150 Menschen werden gerettet. Für Etliche kommt aber jede Hilfe zu spät.

Die Zahl der Opfer bei den Anschlägen in Burkina Faso auf zwei Hotels und ein Restaurant ist auf 27 Menschen gestiegen, das berichtetet der Diplomat Gilles Thibault Twitter. 150 Menschen aus 18 verschiedenen Ländern seien aus dem Hotel in der Hauptstadt Ouagadougou gerettet worden und erhielten medizinische Hilfe. Zuvor hatte Präsident Roch Marc Christian Kabore die Zahl der Todesopfer zuvor mit 23 angegeben. Aus welchen Ländern die Toten kommen, ist bislang unklar.

In Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou war in den Morgenstunden ein zweites Hotel angegriffen worden. Es gebe einen Angriff auf ein weiteres Hotel und dieser dauere noch an, sagte Innenminister Simon Compaoré am Samstagmorgen. Kurz zuvor war die Attacke auf ein Luxushotel und ein Restaurant beendet worden. Dieses war bereits in der Nacht angegriffen worden. Unter den befreiten Geiseln soll auch Arbeits- und Sozialminister Clement Sawadogo sein. Bei der Befreiungsaktion kamen drei Angreifer ums Leben. Bei den Tätern soll es sich um einen Araber und zwei Schwarzafrikaner handeln.

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Bei der ersten Attacke waren die Angreifer am Freitagabend in das Hotel "Splendid" und das gegenüberliegende Restaurant "Cappuccino" in Ouagadougou eingedrungen. Das "Splendid" wird vor allem von Ausländern gebucht. Am Samstagmorgen erklärte der Innenminister den Militäreinsatz zur Erstürmung des Hotels für beendet. Zu dem Anschlag bekannte sich die Dschihadistengruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb (Aqmi). Aqmi hatte erst vor knapp zwei Monaten ein Hotel im benachbarten Mali angegriffen und 20 Menschen getötet.

Die vermummten Attentäter hatten ihren ersten Angriff im Geschäftszentrum Ouagadougous am Freitagabend gegen 19.30 Uhr Ortszeit begonnen. Medienberichten zufolge eröffneten sie zunächst das Feuer auf das Restaurant und griffen dann das nahegelegene Hotel an, das zu den größten der Stadt gehört. Es kam zu mehreren Explosionen und Schusswechseln mit Sicherheitskräften, die die Umgebung abriegelten und eine Ausgangssperre verhängten.

Al-Kaida bekennt sich

Die französische Botschaft in dem westafrikanischen Land sprach auf ihrer Website rasch von einem "Terrorangriff". Laut der US-Organisation Site, die Dschihadisten-Propaganda analysiert, bekannte sich die Terrorgruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQIM) zu der Attacke. Die islamistischen Angreifer hätten sich nach eigenen Angaben verschanzt und würden gegen "Feinde der Religion" kämpfen, hieß es.

Vor dem Hotel an der zentralen Kwame-Nkrumah-Allee standen ein Dutzend Fahrzeuge in Flammen. Der AFP-Reporter sah drei bewaffnete Männer mit Turban Schüsse abgeben. Neben dem Hotel nahmen sie auch ein ebenfalls bei Ausländern beliebtes Restaurant ins Visier. Ein Angestellter des Restaurants berichtete, mehrere Menschen seien getötet worden.

Lage hatte sich zuletzt beruhigt

Das Hotel "Splendid" befindet sich im Stadtzentrum von Ouagadougou unweit des internationalen Flughafens und wird unter anderem von auswärtigen Geschäftsreisenden, Mitgliedern von Hilfsorganisationen sowie auch von UN-Mitarbeitern genutzt. Das Gebäude der deutschen Botschaft befindet sich in der Luftlinie etwa einen Kilometer entfernt. In den Reisehinweisen des Auswärtigen Amtes wurde für Burkina Faso bereits seit längerem vor "einer nicht auszuschließenden Anschlagsgefahr" gewarnt.

"In den nordafrikanischen und den südlich an die Sahara grenzenden Ländern besteht eine erhöhte Gefahr terroristischer Gewaltakte, gezielter Entführungen und krimineller Übergriffe (...). Es ist, wie aktuelle Hinweise bestätigen, jederzeit mit weiteren Entführungen westlicher Staatsangehöriger zu rechnen", schrieben die Sicherheitsexperten. "Gerade auch deutsche Staatsangehörige sind einer deutlich ansteigenden Anschlags- und Entführungsgefahr ausgesetzt."

Die politische Lage in dem Sahel-Staat im Süden Malis hatte sich erst kürzlich wieder etwas beruhigt. Bei der ersten Parlamentswahl nach teils blutigen innenpolitischen Auseinandersetzungen wurde die Partei des neugewählten Präsidenten Roch Marc Christian Kaboré Anfang Dezember stärkste Kraft. Kaborés Volksbewegung für den Fortschritt (MPP) kam bei der Abstimmung am vergangenen Sonntag auf 55 der 127 Sitze, verfehlte damit aber die absolute Mehrheit.

Quelle: n-tv.de

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