Politik

System Assad verliert an Kraft: Opposition tut sich schwer

Die syrische Opposition kann sich nicht darauf einigen, wer ihr Regierungschef werden soll. Zudem mangels an Geld. Derweil bröckelt das System Assad. Die Aufständischen bringen immer mehr strategische Punkte unter ihre Kontrolle.

Bei den Straßenkämpfen in Damaskus.
Bei den Straßenkämpfen in Damaskus.(Foto: REUTERS)

Die Bildung einer syrischen Übergangsregierung kommt nicht voran. Sie soll ihren Sitz in den "befreiten Gebieten Syriens" haben. Aus Kreisen der Regimegegner hieß es, es fehle sowohl an Geld als auch an einer Einigung darüber, wer Regierungschef werden solle.

Arabische Medien meldeten unterdessen, der syrische Innenminister Mohammed Ibrahim al-Schaar werde derzeit in einem Krankenhaus in der libanesischen Hauptstadt Beirut behandelt. Er war bei einem Anschlag auf das Ministerium in der vergangene Woche verletzt worden.

Die Rebellen erobern das Militärhospital in Halfaya
Die Rebellen erobern das Militärhospital in Halfaya(Foto: REUTERS)

Die Website "All4Syria" veröffentlichte einen offenen Brief des bekannten syrischen TV-Moderators Ahmed Fachuri. Er habe sich mit Hilfe von bewaffneten Revolutionären in die Türkei abgesetzt, schreibt er darin und legt zugleich dar, weshalb er dem Regime von Präsident Baschar al-Assad den Rücken gekehrt hat.

Aufständische werden stärker

Nach einem Bericht der vom UN-Menschenrechtsrat berufenen Syrien-Kommission heißt es, "dass die verschiedenen aufständischen Gruppierungen immer stärker werden". In strategisch wichtigen Gebieten machten sie den Regierungstruppen die Kontrolle über Straßenverbindungen, Flughäfen und Ölfördergebiete streitig.

Manche der regierungsfeindlichen Gruppen verfügten sogar über Raketen, mit denen Panzer und Flugzeuge bekämpft werden können. Einige Oppositionsmilizen kooperierten aber nicht mit der Freien Syrischen Armee (FSA), sondern stünden unter Kontrolle von Islamisten. Die Expertengruppe wird von dem brasilianischen Diplomaten Paulo Pinheiro geleitet. Ihr gehört auch die frühere UN-Chefanklägerin Carla del Ponte an. Der Bericht für den Zeitraum Ende September bis Mitte Dezember wurde in Brüssel vorgelegt.

Syriens Regierungstruppen konzentrieren sich den Angaben zufolge inzwischen darauf, die Kontrolle über Großstädte wie Damaskus und Aleppo zu behalten. In vielen anderen Gebieten gingen sie verstärkt mit Bombenangriffen aus der Luft vor - dabei auch zielgerichtet gegen die Zivilbevölkerung. Kriegsverbrechen werden dem Bericht zufolge weiterhin von beiden Seiten begangen. So würden Aufständische willkürlich gefangene Soldaten exekutieren.

Quelle: n-tv.de

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