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Viele Kurden sind den ewigen Kampf mit tausenden von Opfern längst leid.
Viele Kurden sind den ewigen Kampf mit tausenden von Opfern längst leid.(Foto: REUTERS)

Kurden bieten Abrüstung an: PKK will Frieden schließen

Seit 1984 tragen die türkische Regierung und die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK einen blutigen Konflikt aus. Er kostet 45.000 Menschenleben. Doch nach Verhandlungen von Kurdenführer Öcalan und dem türkischen Geheimdienst gibt es wieder Hoffnung auf Frieden.

Die kurdischen PKK-Rebellen wollen eine Feuerpause verkünden und dann beginnen ihre Waffen abzugeben. Das berichten türkische Medien. Laut der Tageszeitung "Hürriyet" ist das Angebot der Arbeiterpartei das Ergebnis von Verhandlungen zwischen ihrem inhaftierten Anführer Abdullah Öcalan und der türkischen Regierung. Von offizieller Seite gab es dafür zunächst allerdings keine Bestätigung.

Türkische Soldaten auf Patrouille. In Grenznähe kam es immer wieder zu Zusammenstößen.
Türkische Soldaten auf Patrouille. In Grenznähe kam es immer wieder zu Zusammenstößen.(Foto: REUTERS)

Die PKK, die von UNO und EU als terroristische Organisation eingestuft wird, hat schon mehrfach einseitige Feuerpausen angekündigt. Zu einer Abrüstung kam es bisher aber nicht. Seit Dezember allerdings verhandelt der türkische Geheimdienst MIT im Auftrag der Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan mit dem seit 1999 inhaftierten Öcalan über ein friedliches Ende des Konflikts.

Laut "Hürriyet" will die PKK den Waffenstillstand schon im Februar verkünden. Als vertrauensbildende Maßnahme sei geplant, dass zunächst hundert kurdische Kämpfer nach der Schneeschmelze im bergigen Grenzgebiet zum Nordirak ihre Waffen abgeben. Die PKK-Kämpfer seien dann bereit, türkisches Territorium zu verlassen. Führende Vertreter des MIT würden in Kürze im Nordirak mit dem Militärkommando der PKK weitere Details aushandeln, so "Hürriyet".

Erdogan sichert Rebellen freies Geleit zu

Ministerpräsident Erdogan hatte den kurdischen Rebellen in der vergangenen Woche einen friedlichen Abzug aus der Türkei angeboten. Wenn die Rebellen nicht in der Türkei bleiben wollten, dann könnten sie in andere Länder gehen, sagte er.

Der Kurdenkonflikt kostete seit seiner militärischen Eskalation im Jahr 1984 Schätzungen zufolge 45.000 Menschenleben. Er erwuchs, weil sich Kurden in der Türkei diskriminiert fühlten. Ankara unterdrückte über Jahre Sprache und Kultur der Volksgruppe. Obwohl es zahlreiche Verbesserungen gab, mussten Journalisten und politisch aktive Kurden laut Amnesty International noch immer mit "unfairer Strafverfolgung" rechnen, wenn sie sich kritisch über die Lage der Kurden in der Türkei äußerten oder die Armee kritisierten.

Eine konsequente Abrüstung und Feuerpause wären ein historischer Schritt in dem seit Jahrzehnten schwelenden Streit zwischen der türkischen Regierung und dem kurdischen Teil der Bevölkerung.

Quelle: n-tv.de

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