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Laut offizieller Anweisung schießen Armee und Polizei nur dann auf palästinensische Attentäter, wenn das Leben der Sicherheitskräfte in Gefahr ist.
Laut offizieller Anweisung schießen Armee und Polizei nur dann auf palästinensische Attentäter, wenn das Leben der Sicherheitskräfte in Gefahr ist.(Foto: REUTERS)

Erschießung von Palästinenser: PLO fordert internationale Untersuchung

Der tödliche Schuss eines israelischen Soldaten auf einen offenbar wehrlosen Palästinenser spaltet die israelische Gesellschaft. Auch die Palästinenserorganisation PLO ist aufgebracht: Sie spricht von einer Taktik, keinem Einzelfall.

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Die Palästinensische Befreiungsorganisation PLO wirft Israel vor, gezielt auf wehrlose Palästinenser zu schießen. PLO-Generalsekretär Saeb Erekat forderte den Nahostgesandten der Vereinten Nationen, Nickolay Mladenov, deswegen auf, alle Tötungen der israelische Armee während der jüngsten Gewaltwelle zu untersuchen. "Diese Hinrichtungen sind keine isolierten Ereignisse und Israel muss für diese Verbrechen belangt werden", sagte der ehemalige Chefunterhändler der Friedensverhandlungen mit Israel.

Hintergrund ist ein Vorfall am vergangenen Donnerstag: Ein israelischer Soldat hatte in Hebron einem verletzten palästinensischen Attentäter gezielt in den Kopf geschossen, wie ein Video der Menschenrechtsorganisation Betselem zeigte. Israels Armee und Polizei betonen immer wieder, es werde nur dann auf palästinensische Attentäter geschossen, wenn das Leben der Sicherheitskräfte in Gefahr sei.

Israel ein gespaltenes Land

In der israelischen Gesellschaft löste der Vorfall eine hitzige Diskussion aus. Die Armeeführung und Bürgerrechtler verurteilten die Tat; rechtsradikale Politiker und ihre Anhänger setzten sich dagegen für den Schützen ein.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu selbst sprach am Donnerstag noch von einem Verstoß gegen die Einsatzregeln der Armee, inzwischen ruderte auch er zurück: "Jegliches Anzweifeln der Moral unserer Armee ist empörend und inakzeptabel", sagte er am Sonntag.

Seit Beginn einer Welle palästinensischer Anschläge vor einem halben Jahr sind 29 Israelis getötet worden. Auf palästinensischer Seite kamen mehr als 200 Menschen ums Leben, die meisten davon bei ihren eigenen Anschlägen. Der Soldat wurde festgenommen und muss nach Medienberichten mit einer Mordanklage rechnen.

Quelle: n-tv.de

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