Sonntag, 30. Oktober 2011
Berlin dementiert: Pakistan spionierte Deutsche aus
Der pakistanische Geheimdienst ISI, dem Verbindungen zu Al-Kaida nachgesagt werden, hat angeblich Telefonate deutscher Polizei-Ausbilder in Afghanistan abgehört. Dies betraf nicht nur private Gespräche nach Hause, sondern auch die Kommunikation mit dem Bundesinnenministerium. Das dementiert.
Bei seinem Besuch in Afghanistan kam Bundespräsident Wulff am 17. Oktober auch ins Trainingscamp der deutschen Polizei in Masar-i Scharif.
(Foto: picture alliance / dpa)
Der Bundesnachrichtendienst hat einem Pressebericht zufolge einen Spionageangriff des pakistanischen Geheimdienstes ISI auf deutsche Sicherheitskräfte in Afghanistan aufgedeckt.
Es seien Informationen durch ein Sicherheitsleck beim "German Police Project Team" (GPPT) abgeflossen, das seit 2002 afghanische Polizisten ausbildet, berichtet die "Bild am Sonntag". Damit hätten private Telefongespräche in die Heimat, Meldungen an das Bundesinnenministerium, militärische Einsatzbefehle sowie komplette Namenslisten der Bundespolizisten vom pakistanischen Geheimdienst mitgelesen werden können.
Das Bundesinnenministerium erklärte dazu, es habe am 11. Oktober zwar einen Hinweis gegeben, dass der ISI Auszüge von E-Mails zwischen Polizisten und dem Ministerium kenne. Eine Prüfung habe das aber nicht bestätigt. Der Hinweis sei "nicht nachvollziehbar", sagte Sprecher Jens Teschke der Nachrichtenagentur dpa.
Betroffen sind dem Zeitungsbericht zufolge mutmaßlich weitere Sicherheitskräfte in Afghanistan. Die deutschen Polizisten kommunizierten nicht nur mit dem Bundeswehr-Kontingent, sondern hielten über zwei Verbindungsbüros auch direkten Kontakt zu den Stäben der US-Truppen sowie der NATO.
Durch die engen Kontakte zwischen dem pakistanischen Geheimdienst und den Taliban seien sensible Daten womöglich an die Aufständischen weitergegeben worden, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Sicherheitskreise. Der Lauschangriff sei offenbar dadurch erleichtert worden, dass die deutschen Polizeibeamten in Afghanistan auch aus Kostengründen über ungeschützte Leitungen kommuniziert hätten.
AFP/dpa
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