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Papademos (rechts) betritt mit seinem Vorgänger den Sitz des Ministerpräsidenten.
Papademos (rechts) betritt mit seinem Vorgänger den Sitz des Ministerpräsidenten.(Foto: AP)

Übergangsregierung in Athen: Papademos bleibt länger

Die neue Übergangsregierung in Athen steht vor wahren Herkulesaufgaben. Um diese zu bewältigen, wird sie vermutlich doch mehr Zeit brauchen, als bislang anvisiert. Dies stellt der stellvertretende Ministerpräsident Pangalos klar.

Die Papademos ist im Amt könnte nach den Worten eines hochrangigen Vertreters länger als die 100 anvisierten Tage im Amt bleiben. Es könnte auf 120 oder 150 Tage hinauslaufen, sagte Theodoros Pangalos, der seinen Posten als stellvertretender Ministerpräsident im neuen Kabinett behält. Im ersten Quartal des kommenden Jahres werde die neue Regierung, die Neuwahlen vorbereiten muss, mit Sicherheit im Amt bleiben. Zugleich machte Pangalos im Fernsehsender NET klar, dass die Griechen nicht mit Erleichterungen beim Sparkurs rechnen könnten, die Bedingung für weitere Hilfen der Geldgeber sind.      

Lucas Papademos hat alle Hände voll zu tun.
Lucas Papademos hat alle Hände voll zu tun.(Foto: dpa)

Am Freitag wurde die Regierung unter Führung des früheren EZB-Vizepräsidenten Das "Arbeitstier" Papademos vereidigt. Diese besteht allerdings zum großen Teil aus Ministern, die Griechenland erst in seine dramatische Lage brachten. Neben Sozialisten und der konservativen Partei Neue Demokratie, die bislang in der Opposition war, ist erstmals seit dem Sturz der Militärdiktatur vor rund vier Jahrzehnten auch die rechtsgerichtete Partei Laos mit einem Ministerposten vertreten.     

Papademos sicherte nach seiner Ernennung zu, die Forderungen der internationalen Geldgeber zu erfüllen, damit die zunächst eingefrorene Hilfstranche von acht Milliarden Euro freigegeben werden kann. In Griechenland wird die Übergangsregierung mit vorsichtigem Optimismus betrachtet. Ihr gehört auch Finanzminister Evangelos Venizelos weiter an.

Kritiker befürchten jedoch, dass Papademos an den selben Regierungsbildung per Zangengeburt scheitern könnte wie die Vorgängerregierung: politische Intrigen und der Widerstand der Bevölkerung gegen den Sparkurs.

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Quelle: n-tv.de

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