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Abdelhamid Abaaoud taucht in den Dokumenten auf.
Abdelhamid Abaaoud taucht in den Dokumenten auf.(Foto: picture alliance / dpa)

Personalbögen der Terrormiliz: Paris-Attentäter in IS-Akten dokumentiert

Mindestens vier der Attentäter von Paris tauchen in den kürzlich entdeckten Akten der Terrormiliz IS auf. Die Auswertung der Dokumente könnte weitere Hintergründe zu dem Anschlag mit 130 Toten liefern.

In den jüngst aufgetauchten Akten der Terrormiliz IS finden sich nach Recherchen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" auch die Namen mehrerer Attentäter von Paris. So seien drei der Terroristen vermerkt, die am 13. November 2015 an dem Massaker in der französischen Hauptstadt beteiligt waren, wie der WDR mitteilte. Sie seien 2013 und 2014 in die vom IS beherrschten Gebiete eingereist. Auf den Personalbögen hätten sie lediglich angegeben, für die Terrormiliz kämpfen zu wollen, einen Einsatz als Selbstmordattentäter kreuzten sie demnach nicht an.  

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Es handelt sich demnach um Samy Amimour, Fouad Mohammed Aggad und Ismael Omar Mostefai, die im November 2015 an der Anschlagsserie in der französischen Hauptstadt beteiligt waren. Den Aufzeichnungen des IS zufolge reiste etwa Aggad am 18. Dezember 2013 in einer Gruppe aus mindestens 14 Männern und ihren Familien über die türkisch-syrische Grenze ins IS-Gebiet ein. Alle hätten damals in ihren Personalbögen angegeben, als Kämpfer für den Islamischen Staat aktiv werden zu wollen. Aggad war zwei Jahre später einer der Täter in der Pariser Konzerthalle Bataclan, wo 90 Menschen ums Leben kamen.

Abaaoud diente als Bürge

An anderer Stelle finde sich der mutmaßliche Kopf der Gruppe,  Abdelhamid Abaaoud, der offenbar mit seinem Kampfnamen Abu Omar Al-Beljiki als Bürge für die Einreise eines weiteren französischen Islamisten in den IS-Machtbereich fungiert habe. Der Einreisebogen von Abaaoud selbst befinde sich nach einer ersten Analyse nicht in den Unterlagen. Der belgische Islamist war bei einer Razzia erschossen worden. Die Auswertung der Dokumente könnte zur Aufklärung der Hintermänner von Paris beitragen, wie es heißt. Bei der Anschlagsserie in Paris hatten IS-Extremisten 130 Menschen getötet.

Die rund 22.000 Dokumente, die NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" vorliegen, stammen überwiegend aus den Jahren 2013 und 2014 und wurden von der sogenannten "General-Grenz-Verwaltung" des IS angelegt. Die Einreisebögen verzeichneten den Angaben zufolge Menschen, die in das Gebiet des IS einreisten. Auch mehr als 100 aus Deutschland stammende Männer seien darunter.

In den Personalbögen finden sich demnach 23 Spalten, in denen die Neuankömmlinge neben biografischen Details auch Kontaktdaten von Angehörigen, Namen von Bürgen und ihre Blutgruppe angeben sollen. Zudem werden sie nach speziellen Fähigkeiten und der beabsichtigten Tätigkeit bei der Dschihadistenmiliz gefragt - etwa, ob sie als Kämpfer, Selbstmordattentäter, Geheimdienstler oder in der Verwaltung eingesetzt werden wollten.

Islamisten hatten bei einer Reihe koordinierter Attacken am 13. November in Paris 130 Menschen getötet. Zu der schwersten Anschlagsserie in der Geschichte Frankreichs bekannte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat.

Quelle: n-tv.de

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