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Der Pariser Place de la République wurde erneut zum zentralen Ort der Erinnerung.
Der Pariser Place de la République wurde erneut zum zentralen Ort der Erinnerung.(Foto: picture alliance / dpa)

Fast 150 Menschen ermordet: Paris gedenkt der Terror-Opfer

Auf dem Platz der Republik sangen Hunderttausende nach den Anschlägen auf "Charlie Hebdo" die französische Nationalhymne. Sie wollten sich nicht vom Terror einschüchtern lassen. Ein Jahr später ist die Herausforderung für die Pariser wohl umso schwieriger.

Am Pariser Place de la République ist der Opfer der islamistischen Anschläge im vergangenen Jahr gedacht worden. Nach dem Anschlag auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" am 7. Januar und den IS-Attentaten am 13. November zogen zahlreiche Trauernde zu dem Platz in der Pariser Innenstadt. Dort hatte bereits vor einem Jahr der große Gedenkmarsch in Erinnerung an die 17 Todesopfer der Anschlagsserie begonnen. Darüber hinaus erinnerten zahlreiche Menschen an den Anschlagsorten mit Blumen, Kerzen und Trauerbotschaften an die Opfer. An der Gedenkfeier auf dem Place de la République nahm auch Bundeskanzlerin Angela Merkel teil. Sie legte an der Seite von Frankreichs Staatschef François Hollande eine Rose nieder.

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Zudem sang der Rockmusiker Johnny Hallyday das Lied "Ein Sonntag im Januar", das Jeanne Cherhal in Erinnerung an die Trauerkundgebung nach dem Anschlag auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" vor einem Jahr komponiert hatte. Damals hatten sich Hunderttausende Menschen am Platz versammelt, die Bilder gingen um die Welt. Präsident Hollande enthüllte dort nun eine Plakette am Fuß einer Eiche, die zur Erinnerung an die Anschlagsopfer gepflanzt worden war.

Neben zahlreichen Angehörigen der Opfer nahmen auch Premierminister Manuel Valls, die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo und weitere hohe Politiker an der Veranstaltung teil. Sie erinnerten an die 17 Todesopfer der Anschlagsserie vom Januar ebenso wie an die 130 Menschen, die bei den Anschlägen vom 13. November in Paris getötet wurden.

Hunderte Moscheen öffneten Türen

Mit der Zeremonie ging eine Woche zu Ende, die im Zeichen des Gedenkens gestanden hatte. Zuletzt gab es am Samstagnachmittag eine Gedenkfeier vor dem koscheren Supermarkt, in dem der islamistische Attentäter Amédy Coulibaly am 9. Januar 2015 vier Juden getötet hatte. "Ohne die französischen Juden wäre Frankreich nicht Frankreich", sagte Premierminister Valls bei der Zeremonie im Osten von Paris, die nach dem Ende des Sabbats stattfand. "Das Jahr 2015 war ein furchtbares Jahr für die Juden, die Journalisten, die Polizisten und letztlich für alle Franzosen", sagte der Präsident des jüdischen Dachverbandes Crif, Roger Cukierman.

Zuvor hatte Hollande im Pariser Vorort Montrouge bereits eine Gedenkplatte eingeweiht zur Erinnerung an die junge Polizistin Clarissa Jean-Philippe, die dort am 8. Januar 2015 von Coulibaly erschossen worden war - einen Tag vor dem Angriff auf den Supermarkt. Coulibaly war mit Chérif und Said Kouachi bekannt, die die Satirezeitung "Charlie Hebdo" gestürmt und dort zwölf Menschen getötet hatten.

Um einen "Islam der Verständigung" zu verteidigen, öffneten hunderte Moscheen ihre Türen für Besucher. Mit der Initiative wollte der Zentralrat der Muslime "den nationalen Zusammenhalt" stärken und über die "wirklichen Werte des Islam" aufklären. Neben Führungen boten viele Moscheen den Besuchern einen "Tee der Brüderlichkeit" an. Auch Hollande besuchte die Große Moschee von Paris.

Quelle: n-tv.de

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