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Kim Jong Un
Kim Jong Un(Foto: Reuters)

Nordkorea kündigt Atomtest an: Peking ermahnt Kim

Mit Raketen- und Atomtests will Nordkorea seinen "Erzfeind" USA für neue Sanktionen bestrafen. Doch womöglich wagt sich Pjöngjang damit zu weit vor. Der wichtigste Verbündete des Regimes, China, hält nicht viel von den nordkoreanischen Drohgebärden.

China hat nach der Ankündigung Nordkoreas zu einem neuen Atomtest zur Zurückhaltung aufgerufen. "Alle beteiligten Seiten" müssten von Aktionen absehen, die die Spannungen in der Region noch verschärfen könnten, sagte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums. China hoffe, dass alle Betroffenen "Ruhe bewahren, sich maßvoll äußern und handeln", so Hong Lei. Es sei wichtig, langfristige Interessen nicht aus den Augen zu verlieren und die Verhandlungen über das nordkoreanische Atomprogramm wieder aufzunehmen. China ist der einzige nennenswerte Verbündete des isolierten koreanischen Landes.

(Foto: picture alliance / dpa)

Nordkorea hatte einen weiteren Atomtest angekündigt. Er soll dem "Erzfeind" USA gelten. Das meldete die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA. Zuvor hatte Pjöngjang schon den Ausbau seines konventionellen und nuklearen Waffenarsenals in Aussicht gestellt. Eine Reaktion auf die vom UN-Sicherheitsrat am Dienstag beschlossenen Sanktionen gegen das Land.

"Wir verhehlen nicht, dass die verschiedenen Satelliten und Langstreckenraketen, die wir weiterhin starten werden, und auch der Spitzen-Atomversuch, den wir vornehmen werden, auf unseren Erzfeind USA abzielen", hieß es in eine Erklärung von Nordkoreas Nationaler Verteidigungskommission wortwörtlich.

Dem jüngsten Säbelrasseln in Pjöngjang geht ein umstrittener Raketentest voraus. Mitte Dezember ließ das Land eine Langstreckenrakete starten. Aus Nordkorea hieß es damals, es sei lediglich darum gegangen, einen Satelliten in den Orbit zu befördern. Die USA und andere westliche Staaten befürchteten dagegen, dass der Start dazu diente, Langstreckenraketen mit womöglich gar nuklearen Sprengköpfen zu entwickeln.

Reiseverbote und gesperrte Konten

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Die USA setzten zunächst Nahrungsmittellieferungen an das verarmte Nordkorea aus. Pjönjang reagierte mit einer Kündigung des Moratoriums für Atomtests. Dann strebten die Vereinigten Staaten erfolgreich eine Resolution mit einer Reihe neuer Sanktionen im UN-Sicherheitsrat an. Sie beinhaltet Reiseverbote und Kontensperrungen. Betroffen sind vier in der Resolution namentlich genannte nordkoreanische Manager und sechs Unternehmen, unter anderem Banken, Weltraumtechnik- und Handelsfirmen. Auch die UN-Vetomacht China stimmte zu.

Die Vereinten Nationen verhängten schon mehrfach Strafmaßnahmen gegen Nordkorea. Bisher ohne weitreichenden Erfolg. Auch die Sechser-Gespräche über Nordkoreas Atomprogramm, an denen außer den beiden koreanischen Staaten auch China, Japan, die USA und Russland teilnehmen, stocken seit Dezember 2008.

Atomtest Nummer drei

Sollte Pjöngjang tatsächlich, wie angekündigt, einen weiteren Atomtest vornehmen, wäre es nach 2006 und 2009 schon der dritte des Landes.

Vergangenen Monat hatte das US-Korea-Institut der John Hopkins University unter Berufung auf Satellitenfotos erklärt, Nordkorea habe durch Regenfälle verursachte Schäden an seiner Atomtestanlage im Nordosten des Landes behoben und könne binnen zwei Wochen einen neuen Test vornehmen. Im südkoreanischen Verteidigungsministerium hält man einen weiteren Test für "höchstwahrscheinlich".

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Quelle: n-tv.de

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