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Der Angriff auf Mossul hat begonnen: Derzeit stehen irakische Einheiten noch bei Makhmour rund 75 Kilometer südöstlich der nordirakischen Metropole.
Der Angriff auf Mossul hat begonnen: Derzeit stehen irakische Einheiten noch bei Makhmour rund 75 Kilometer südöstlich der nordirakischen Metropole.(Foto: AP)

Frühjahrsoffensive auf Mossul: Pentagon will mehr US-Truppen im Irak

Der Krieg gegen den IS erreicht eine neue Phase: Beim Angriff auf einen der wichtigsten Rückzugsorte des sogenannten "Islamischen Staats" kann die irakische Armee auf neue Hilfen der Amerikaner zählen. Im Gespräch ist eine Aufstockung der US-Truppen.

Das US-Verteidigungsministerium will Präsident Barack Obama in Kürze Vorschläge für eine stärkere Unterstützung der irakischen Streitkräfte vorlegen. Es gebe "eine Reihe von Empfehlungen, die wir in den kommenden Wochen mit dem Präsidenten diskutieren werden", sagte Generalstabschef Joseph Dunford vor Journalisten. Er selbst gehe ebenso wie Verteidigungsminister Ashton Carter davon aus, dass es bald "eine Aufstockung der US-Truppen im Irak" geben wird.

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Die Bemühungen zielen demnach unter anderem darauf ab, die irakischen Streitkräfte in ihrem Kampf um die von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gehaltene Stadt Mossul zu unterstützen. Die gerade gestartete Offensive zur Rückeroberung Mossuls, Hauptstadt der Provinz Ninive, wäre ein Meilenstein für das irakische Militär im Kampf gegen die IS-Miliz. Die Stadt befindet sich seit Juni 2014 in den Händen der Dschihadisten. Beobachter rechnen mit einem langen und schwierigen Kampf um Mossul.

Schlacht um eine Millionenstadt

Die nordirakische Metropole an den Ufern des Tigris bietet Verteidigern zahllose Möglichkeiten für gedeckte Verteidigungspositionen, Hinterhalte und versteckte Sprengfallen. Die angreifenden Einheiten der Regierung stehen zudem vor der heiklen Aufgabe, Opfer unter der Zivilbevölkerung im dicht bebauten Stadtgebiet zu vermeiden.

Durch die Angriffe auf Mossul geraten die IS-Anhänger auch an ihrer Ostfronst in schwere Bedrängnis. In Zentralsyrien attackieren Einheiten des syrischen Präsidenten Baschar Al-Assad den symbolträchtigen Wüstenort Palmyra, zugleich ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Damit stehen zwei symbolträchtige Eckpunkte des von den Islamisten kontrollierten Territoriums vor dem Fall.

Bedrohung aus der Luft

Mossul ist die bislang mit Abstand größte Metropole in den Händen der Dschihadisten. Eine Eroberung durch irakische Regierungstruppen würde den "Islamischen Staat" an empfindlicher Stelle treffen. Die Kämpfer des IS sind auf die Deckung in unübersichtlichen Stadtgebieten angewiesen: Auf offenem Feld drohen ihnen Tag und Nacht Luftschläge durch Drohnen und Präzisionswaffen der internationalen Anti-IS-Allianzen oder durch massive Bombenangriffe russischer Kampfflugzeuge.

Zuletzt gelang dem US-Militär nach Angaben aus Washington ein schwerer Schlag gegen die Führungsspitze des IS. Nach Angaben von US-Verteidigungsminister Ashton Carter wurden bei einer "Operation" mehrere Top-Terroristen der IS-Miliz getötet, darunter angeblich auch die "Nummer Zwei" der Terrororganisation, Abdul Rahman Mustafa al-Kaduli.

Die "Beseitigung" dieses Führungsmitglieds werde die Fähigkeit der Organisation schwächen, "Operationen innerhalb und außerhalb des Irak und Syriens auszuführen, hieß es. "Wir eliminieren systematisch ihr Kabinett", sagte Carter.

Quelle: n-tv.de

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