Politik
Irakische Panzer rollen auf Hawija in der Provinz Kirkuk zu.
Irakische Panzer rollen auf Hawija in der Provinz Kirkuk zu.(Foto: REUTERS)
Freitag, 13. Oktober 2017

Konflikt in Kurdenregion: Peschmerga fürchten irakischen Angriff

Nach dem Unabhängigkeitsvotum der Kurden werfen die Peschmerga der irakischen Führung vor, einen Angriff zur Rückeroberung der Region zu planen - und werden von einem General der irakischen Armee zunächst bestätigt. Doch nun dementiert der Generalstab.

Iraks Militärführung hat Meldungen über den Beginn einer gegen die Kurden gerichteten Militäroperation südlich der Stadt Kirkuk zurückgewiesen. Die Einheiten seien dabei, von der IS-Terrormiliz befreites Gebiet zu säubern und zu durchkämmen, hieß es in einer Erklärung. Zuvor hatte ein irakischer General gegenüber der Nachrichtenagentur AFP erklärt, die Armee habe mit einem Militäreinsatz zur Rückeroberung der Provinz Kirkuk von den Kurden begonnen.

Der irakische Generalstab widerlegte die Aussagen anschließend: "Wir dementieren Medienberichte, dass die Armee eine Militäroperation südlich von Kirkuk begonnen hat. Wir werden rechtliche Schritte gegen alle Versuche einleiten, die Öffentlichkeit in die Irre zu führen." Iraks Ministerpräsident Haidar al-Abadi hatte am Vortag trotz des Konflikts um das kurdische Unabhängigkeitsreferendum einen Militäreinsatz ausgeschlossen.

Ein hoher irakischer Offizier erklärte jedoch, Armee und schiitische Milizen seien südlich von Kirkuk in Gebiete vorgerückt, die die Kurden verlassen hätten. Der kurdische Peschmerga-Kommandeur Kamal Kirkuki sagte zugleich der Deutschen Presse-Agentur, irakische Kräfte hätten versucht, die Front in der Region zu überschreiten. Das Generalkommando der Peschmerga teilte mit, Kräfte der Armee und Milizen seien entsandt worden, um Gebiete unter kurdischer Kontrolle anzugreifen.

"Verteidigung um jeden Preis"

Tausende schwer bewaffnete Peschmerga seien "zur Verteidigung um jeden Preis" bereit, erklärte ein Berater von Kurdenpräsident Massud Barsani. Der kurdische Sicherheitsrat warf der irakischen Zentralregierung vor, grenznahe Ölfelder, einen Flughafen und einen Militärstützpunkt besetzen zu wollen. Sowohl die Kurden als auch Bagdad erheben Ansprüche auf die ölreiche Provinz Kirkuk.

Die irakischen Kurden hatten sich in der Volksabstimmung vom 25. September mit fast 93 Prozent für die Loslösung ihrer Region vom Irak ausgesprochen. International wird das Votum nicht anerkannt, die Zentralregierung in Bagdad wertete das Votum als Provokation.

Quelle: n-tv.de

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