Politik
David Petraeus - rund um die Attacke in Bengasi stellen sich viele Fragen.
David Petraeus - rund um die Attacke in Bengasi stellen sich viele Fragen.(Foto: AP)

Allen will schnell aus der Schusslinie: Petraeus muss vor Ausschuss

In den USA stehen die beiden hochrangigen Militärs Petraeus und Allen weiter unter Beobachtung der Öffentlichkeit. Der eine, Isaf-Kommandeur Allen, sagt nun zu, dem Pentagon bei der Aufklärung der Affäre jede Hilfe zukommen zu lassen. Der andere, Ex-Geheimdienstchef Petraeus, muss vor den Senat. Dabei geht es um den Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi.

Der in die Petraeus-Affäre verstrickte US-Kommandeur in Afghanistan, John Allen, hat seine umfassende Zusammenarbeit mit den Ermittlern im Pentagon zugesagt. Der General werde "vollkommen kooperieren", erklärte sein Anwalt John Baker. Er habe auch seine Mitarbeiter angewiesen, vollständig mit den Ermittlern zusammen zu arbeiten. Er hoffe, sämtliche Fragen in der Affäre "so schnell wie möglich" umfassend klären zu können.

John Allens Rolle in der Affäre  soll rasch geklärt werden.
John Allens Rolle in der Affäre soll rasch geklärt werden.(Foto: AP)

Der Kommandeur der Nato-Truppe Isaf war jüngst in den Skandal um die außereheliche Beziehung des zurückgetretenen CIA-Chefs David Petraeus mit hineingezogen worden. Das Pentagon hatte gegen Allen wegen hunderter "möglicherweise unangemessener" E-Mails an eine der Protagonistinnen der Affäre eine Untersuchung eingeleitet.

US-Präsident Barack Obama und Verteidigungsminister Leon Panetta stärkten Allen in der Folge demonstrativ den Rücken und lobten seine Arbeit in Afghanistan. Allens Anwalt erklärte dazu, der General schätze die ihm entgegen gebrachte Unterstützung außerordentlich.

Der Mann, der im Zentrum des Skandals steht, der zurückgetretene CIA-Chef David Petraeus, soll indessen nun doch vor dem Kongress in Washington zu dem Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi aussagen. Petraeus werde Freitag vor dem Senat erscheinen, teilte die Kongresskammer mit. Er werde hinter verschlossenen Türen vor dem Geheimdienstausschuss des Senats aussagen. Zuvor hatte der Senator John McCain gesagt, dass die Anhörung bereits am Donnerstag stattfinden werde. Auch mehrere US-Sender hatten Donnerstag als Termin genannt.

Hielt die CIA in Bengasi Milizionäre gefangen?

Petraeus war wegen einer außerehelichen Beziehung mit seiner Biografin Paula Broadwell zurückgetreten. Dabei untersuchten die Behörden auch, ob der einstige Vier-Sterne-General vertrauliche Informationen an Broadwell weitergegeben haben könnte. Beide wiesen dies zurück. Eigentlich war vorgesehen gewesen, dass Petraeus' Stellvertreter und Interimsnachfolger Michael Morell vor dem Kongress zu der Bengasi-Attacke aussagen soll.

Video

Der Geheimdienst CIA war wegen des Angriffs auf das Konsulat in die Kritik geraten, weil er Obamas Regierung Fehlinformationen über die Hintergründe geliefert haben soll. In den vergangenen Tagen sorgte zudem ein Video von einem Vortrag Broadwells für Aufsehen, bei dem die Petraeus-Biografin nahelegt, bei der Bengasi-Attacke könnte es sich um eine Befreiungsaktion gehandelt haben. Der Geheimdienst CIA soll demnach auf dem Konsulatsgelände libysche Milizionäre gefangengehalten haben. Dieser bestreitet das.

Im Wahlkampf hatten die Republikaner versucht, den Angriff in Bengasi als außenpolitische Schwäche von Obamas Regierung auszuschlachten. Dabei nahmen sie vor allem UN-Botschafterin Susan Rice ins Visier. Rice hatte den Angriff als spontanen Protest gegen ein in den USA produziertes islamfeindliches Video bezeichnet. Obamas Regierung schwenkte dann aber auf die Linie ein, dass es sich um einen "Terrorakt" von militanten Islamisten mit Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida gehandelt habe.

Außenministerin in spe in der Kritik

In seiner ersten Pressekonferenz nach seiner Wiederwahl vergangene Woche ging Obama die Kritiker aus der republikanischen Partei nun scharf an. Es sei "empörend", den Ruf von Rice zu "beschmutzen", sagte der Präsident. Dabei stellte er namentlich die beiden republikanischen Senatoren John McCain und Lindsey Graham an den Pranger.

"Wenn Senator McCain und Senator Graham und andere jemanden verfolgen wollen, dann sollten sie mich nehmen", sagte Obama. Rice wird als mögliche Nachfolgerin von Außenministerin Hillary Clinton gehandelt, die den Posten zum Ende von Obamas erster Amtszeit im Januar niederlegen will. McCain erklärte im TV-Sender Fox News, er werde "alles in meiner Macht stehende" tun, um eine Nominierung von Rice zur Chefdiplomatin zu verhindern.

Die Republikaner werfen Obama vor, den terroristischen Hintergrund der Attacke zunächst aus wahltaktischen Gründen verschwiegen zu haben. Außerdem prangern sie an, dass das Konsulat in Bengasi trotz einer Verschlechterung der Sicherheitslage nicht ausreichend geschützt gewesen sei.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen