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Die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA hat mal wieder martialische Bilder verbreitet: Dieses zeigt einen Raketenstart im Rahmen einer Militärübung.
Die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA hat mal wieder martialische Bilder verbreitet: Dieses zeigt einen Raketenstart im Rahmen einer Militärübung.(Foto: AP/dpa)
Sonntag, 17. März 2013

Atomprogramm nicht verhandelbar: Pjöngjang bleibt stur

Auch für Hilfslieferungen will Nordkorea nicht von seinem umstrittenen Atomprogramm lassen. Die Nuklearwaffen seien nicht "zum Feilschen" da, teilt das Außenministerium mit. Dabei hat das Land Lebensmittellieferungen bitter nötig, wie ein UN-Bericht klarstellt.

Nordkoreas Führung hat bekräftigt, auch im Gegenzug zu Hilfslieferungen nicht auf ihr Atomprogramm zu verzichten. Die USA lägen falsch, wenn sie meinten, Nordkorea werde seine Atomwaffen "zum Feilschen" um eine "wirtschaftliche Belohnung" einsetzen, erklärte das Außenministerium in Pjöngjang laut einem Bericht des Staatsfernsehens. Nordkorea bestehe "unerschütterlich, grundsätzlich auf seiner atomare Abschreckung zur Selbstverteidigung".

Zuvor hatte US-Sicherheitsberater Tom Donilon ernsthafte Verhandlungen über Hilfen für das verarmte Nordkorea angeboten, wenn das Land einen Kurswechsel einleite. Zuletzt hatten die UN mitgeteilt, dass in dem Land weiterhin Millionen Menschen auf Lebensmittelhilfen aus dem Ausland angewiesen seien.

Warnung an grenznahe Siedlungen

Vor einem Monat hatte Nordkorea erneut einen erfolgreichen Atomtest vermeldet. Als die UN als Reaktion darauf neue Sanktionen verhängte, verkündete Pjöngjang einen Ausbau seines Atom- und Raketenprogramms, kündigte den Nichtangriffspakt mit Südkorea von 1953 auf und drohte mit einem atomaren Erstschlag gegen die USA und andere "Aggressoren".

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Am Freitag forderte Pjöngjang zudem die Bewohner von fünf südkoreanischen Inseln nahe der gemeinsamen Seegrenze auf, vor drohenden schweren Angriffen Nordkoreas zu fliehen. Betroffen ist auch die 2010 von Nordkorea beschossene Insel Yeonpyeong.

Die Bewohner der grenznächsten Insel Baengnyeong ließen sich dadurch nach südkoreanischen Behördenangaben aber nicht beeindrucken. "Es gibt keine sichtbaren Anzeichen für Panik oder Massenflucht", sagte eine Behördenvertreterin, die nicht namentlich genannt werden wollte. Die Einwohner seien "weniger besorgt über die Lage, als die Leute draußen glauben". Die Behörden hätten allerdings zusätzliche unterirdische Notunterkünfte eingerichtet und hielten täglich Notfallübungen für den Fall eines Angriffs ab.

Es fehlt an Essen und Wasser

In dem UN-Bericht hieß es, zwei Drittel der 24 Millionen Einwohner Nordkoreas seien dauerhaft von einer unsicheren Lebensmittelversorgung betroffen. Nahrungsmittelimporte hätten dazu beigetragen, eine Ernährungskrise in diesem Jahr zu verhindern, sagte die UN-Koordinatorin für Nordkorea, Desiree Jongsma. Die Versorgung sei aber weiterhin nicht ausreichend.

"Obwohl die humanitäre Lage sich in den vergangenen zwölf Monaten insgesamt leicht verbessert hat, bestehen die strukturellen Gründe für die Anfälligkeit der Bevölkerung fort", warnte Jongsma. Sie hob hervor, dass in Nordkorea auch die Wasserversorgung verbessert werden müsse. Außerdem verschlechtere sich die Ausstattung der Bildungseinrichtungen des Landes zusehends. Die UN-Organisationen, die den Versorgungsnotstand in Nordkorea bekämpfen, seien aber "stark unterfinanziert", erklärte sie. Von den für 2013 benötigten 147 Millionen Dollar (112 Millionen Euro) seien bislang erst knapp 28 Prozent eingegangen.

Nordkorea leidet regelmäßig unter Lebensmittelengpässen. Die Lage verschlimmert sich immer wieder durch Überschwemmungen und Dürren, aber auch durch Missmanagement. Bei einer Hungernot von Mitte bis Ende der 90er Jahre starben hunderttausende Menschen. In den vergangenen Jahren wurden die Lebensmittelhilfen für Nordkorea, insbesondere Südkoreas und der USA, als Reaktion auf das nordkoreanische Atomprogramm drastisch gekürzt.

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Quelle: n-tv.de

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