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Transport um jeden Preis? Die Fahrzeuge, die den Abgeordneten zur Verfügung stehen, sind meistens von Mercedes, BMW oder Audi.
Transport um jeden Preis? Die Fahrzeuge, die den Abgeordneten zur Verfügung stehen, sind meistens von Mercedes, BMW oder Audi.(Foto: picture alliance / dpa)

Dicke Limousinen für den Klimaschutz: Politiker pfeifen auf die Umwelt

Die Bundesregierung rühmt sich im Ausland gern mit Deutschlands Vorreiterrolle beim Thema Umweltschutz. Doch als Vorbild gehen die Bundestagsabgeordneten nicht gerade voran. Sie bevorzugen es, in dicken Limousinen befördert zu werden. Die Umweltauflagen korrigieren sie dafür notfalls nach oben.

Weltweit sieht sich Deutschland als Musterschüler in Sachen Klimaschutz - doch wenn es um die eigenen Limousinen geht, hält sich der Bundestag noch nicht einmal an eigene Umweltauflagen. Aus einem Schreiben von Bundestagspräsident Norbert Lammert an Parlamentarier gehe hervor, dass es kaum Limousinen gebe, die die vereinbarten Grenzwerte einhalten. Der Ältestenrat beschloss daher, dass die 2009 vereinbarte verbindliche Grenze für den Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids von 120 Gramm je Kilometer nicht mehr gelten soll.

Den Politikern sind kleinere Fahrzeuge oder Taxis für ihre Fahrten in der Hauptstadt offensichtlich nicht komfortabel genug. In der Fahrzeugflotte des Bundestags setzen gehobene Wagentypen von Mercedes, BMW und Audi den Standard, die teilweise Spitzenwerte knapp unter 200 Milligramm erreichen. Für den Bundestag stellt der Dienstleister RocVin rund 150 Fahrzeuge bereit, die Bundestagsverwaltung hat zudem 35 eigene Fahrzeuge.

"Die Abgeordneten von Union und FDP wollen nur mit großen Limousinen durch Berlin gefahren werden", sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Bärbel Höhn, der "Hannoverschen Allgemeine Zeitung". Dies sei auch deshalb unverständlich, weil man für solche Fahrten in der Regel nur wenige Minuten im Auto sitze. Dafür reichten auch kompaktere Fahrzeuge.

Ein Vorschlag, aus Kosten- und Klimagründen vermehrt Taxis zu nutzen, wurde unter anderem von der FDP mit dem Argument abgelehnt, "dass die Taxifahrer oftmals dazu neigten, Belehrungen politischer Art abzugeben".

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Quelle: n-tv.de

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