Politik

Kein Überraschungsei-VerbotPolitikerin rudert zurück

07.08.2008, 11:50 Uhr

Zunächst hieß es, die Kinderkommission des Bundestags wolle Überraschungseier verbieten. Jetzt wird diese Forderung relativiert. Es gehe lediglich um den Hinweis auf gefährliches Kleinspielzeug, das mit Lebensmitteln kombiniert wird, heißt es.

Die FDP-Bundestagsabgeordnete Miriam Gruß hat versichert, dass kein Verbot von Überraschungseiern für Kinder geplant sei. Vielmehr gehe es um einen "expliziten Hinweis auf die Gefahren bei Kleinspielzeugen", die kombiniert mit Lebensmitteln angeboten würden und für Kleinkinder eine Erstickungsgefahr bergen könnten, erklärte Gruß.

Sie relativierte damit eine unter ihrem Vorsitz erarbeitete Empfehlung der Bundestags-Kinderkommission von Ende Juli. Darin hatte die Kommission ausdrücklich gefordert: "Keine Koppelung von Nahrungsmitteln und Spielzeug". Kindern werde damit die Unterscheidung zwischen essbaren und nicht-essbaren Teilen erschwert, was "besonderes Gefahrenpotenzial" berge.

"Keinerlei Beweise"

Der Überraschungseier-Hersteller Ferrero hatte in der "Welt" mögliche Forderungen nach einem Verbot der Schoko-Süßigkeit mit Spielzeug-Füllung zurückgewiesen. Es gebe "keinerlei Beweise" für eine erhöhte Gefahr, zumal bei den Überraschungseiern "das Spielzeug durch eine Kapsel von der Schokolade getrennt" sei, sagte eine Unternehmenssprecherin der Zeitung.

Auch die EU-Spielzeugsicherheitsrichtlinie sehe kein Verbot von Kombinationsprodukten vor. Zudem hätten extern zertifizierte Institute das Überraschungsei geprüft und für ungefährlich befunden.

Kritik aus der Süßwarenbranche

Auch in der Süßwarenbranche erregte der Vorschlag Unverständnis: "Es gibt keinen Nachweis von Gesundheitsgefahren durch die Kombination von Spielzeug und Lebensmitteln", sagte der Vizegeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie, Torben Erbrath.

Experten hätten das Überraschungsei für ungefährlich befunden. Produkte, an denen Kinder sich verschlucken könnten wie etwa Gelee in Minibechern, seien vom Markt genommen worden.