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Diese fünf Männer stehen im Verdacht, Frauen belästigt und bestohlen zu haben.
Diese fünf Männer stehen im Verdacht, Frauen belästigt und bestohlen zu haben.

Nach Silvester-Übergriffen in Köln: Polizei fahndet nach fünf Männern

Auf der Suche nach den Tätern aus der Silvesternacht bittet die Polizei um Mithilfe: Von fünf Männern, die Frauen belästigt und bestohlen haben sollen, gibt es Fotos - allerdings nicht immer in bester Qualität.

Nach den sexuellen Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht sucht die Kölner Polizei nun mit Fotos nach fünf Männern, die "Frauen und Jugendliche in der Silvesternacht sexuell belästigt beziehungsweise beleidigt haben"sollen. Nach Erkenntnissen der Ermittler umzingelten sie ihre Opfer auf dem Bahnhofsvorplatz und versuchten, sie zu bestehlen. "Trotz der beängstigenden Situation schafften es mehrere Zeugen und Geschädigte, Fotos von den Beschuldigten zu fertigen", hieß es vonseiten der Polizei. Zwar sind einige der Bilder nicht sonderlich gut aufgelöst und teils sehr dunkel - dennoch erhoffen sich die Ermittler Hinweise auf die Identität der Männer.

Rund um den Kölner Hauptbahnhof waren in der Silvesternacht Hunderte Frauen von Männergruppen - laut Zeugen vor allem nordafrikanischer oder arabischer Herkunft - umzingelt, sexuell bedrängt und bestohlen worden. Der Staatsanwaltschaft Köln liegen bislang mehr als 1100 Anzeigen vor. Erst zu Wochenbeginn hatte der Chef des Kölner Ordnungsamts, Jörg Breetzmann, als erster Zeuge vor dem Untersuchungsausschuss des NRW-Landtags ausgesagt, dass es für die Silvesterfeiern kein abgestimmtes Sicherheitskonzept von Stadt und Polizei gegeben habe.

Bei einer Vorbesprechung von Polizei und Ordnungsbehörden drei Wochen vor Silvester sei lediglich über mögliche Brückensperrungen gesprochen worden, sagte Breetzmann. Es habe damals keine Hinweise gegeben, dass es in Köln sicherheitsrelevante Probleme geben könnte. Thema im Untersuchungsausschuss war auch, dass die Polizei die Öffentlichkeit zunächst nur schleppend über die massiven Übergriffe informiert hatte.

Polizei: Sachstand war zunächst unklar

Die Pressestelle der Polizei hatte am Neujahrstag friedliche Feiern und eine entspannte Einsatzlage vermeldet. Als diese Mitteilung morgens entstand, seien der Leitstelle erst drei Sexualdelikte bekannt gewesen, sagte die frühere Leiterin der Polizei-Pressestelle, Martina Kaiser. Nachdem im Laufe des Neujahrstages eine größere Zahl von Straftaten bekannt geworden sei, habe man auf eine Korrektur der ursprünglichen Mitteilung zunächst verzichtet, weil der Sachstand noch zu unklar gewesen sei.

Ende Februar hatte zudem der erste Prozess gegen drei Tatverdächtige begonnen. Dabei war ein 23-jähriger Marokkaner zu sechs Monaten Haft auf Bewährung und 100 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Er hatte einer Frau ihr Handy gestohlen. Sexuelle Belästigung wurde keinem der Angeklagten vorgeworfen.

Hinweis: Zeugen, die die mutmaßlichen Täter kennen, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0221/229-0 oder per E-Mail an poststelle.koeln@polizei.nrw.de zu wenden.

Quelle: n-tv.de

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