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Flüchtlinge werden im September im Mittelmeer von Bundeswehrsoldaten auf zwei Speedbooten von ihrem Holzboot abgeholt und anschließend zur Fregatte Schleswig-Holstein gebracht.
Flüchtlinge werden im September im Mittelmeer von Bundeswehrsoldaten auf zwei Speedbooten von ihrem Holzboot abgeholt und anschließend zur Fregatte Schleswig-Holstein gebracht.(Foto: dpa)

Kooperation mit Türkei: Polizei nimmt Geisterschiff-Schleuser fest

Die Bundespolizei führt gemeinsam mit der türkischen Nationalpolizei ihren bisher größten Schlag gegen eine Bande mutmaßlicher Menschenhändler. Die Gruppe soll Tausende Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Europa geschmuggelt haben.

Ermittler aus Deutschland und der Türkei haben einen Schleuserring gesprengt, der 1766 Migranten in schrottreifen Schiffen übers Mittelmeer geschmuggelt haben soll. Bei Durchsuchungen in sechs Bundesländern wurden fünf mutmaßliche Schleuser verhaftet, wie die Bundespolizei in Potsdam mitteilte. Ein Schwerpunkt war dabei Berlin und Hannover. Auch in der Türkei gab es zahlreiche Festnahmen, vor allem in Istanbul, Ankara und der Hafenstadt Mersin im Süden.

Die Verdächtigen sollen Migranten für jeweils mehrere tausend Dollar über das Mittelmeer geschmuggelt haben, bevor sie sie in sogenannten Geisterschiffen ihrem Schicksal überließen.

Die Bundespolizei sprach von menschenverachtenden Taten. "In einem besonders perfiden Fall war der Autopliot des Schiffes auf das italienische Festland programmiert worden und die Besatzung anschließend von der Brücke gegangen", teilten die Beamten mit. An dem Einsatz beteiligt waren Bundespolizei, türkische Nationalpolizei sowie die Spezialeinheiten GSG 9 und BFE+. Letzgenannte ist die Anti-Terror-Bereitschaftspolizei.

Dem gemeinsamen Schlag gegen die Schleuserbanden war eine einjährige Fahndung sowie eine verdeckte Ermittlung im Schleuser-Mileu vorausgegangen.

Quelle: n-tv.de

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