Politik
Durch die Personalaufstockung von Beamten an der Grenze sind Bundespolizisten an Bahnhöfen immer weniger zu sehen.
Durch die Personalaufstockung von Beamten an der Grenze sind Bundespolizisten an Bahnhöfen immer weniger zu sehen.(Foto: dpa)

Reviere bleiben unbesetzt: Polizei sammelt 2,7 Millionen Überstunden an

Die Bundespolizei ist durch die Flüchtlingskrise gefordert. Das für Grenzkontrollen abgezogene Personal fehlt an anderer Stelle: An Bahnhöfen bleiben Reviere unbesetzt. Mittlerweile haben die Beamten fast drei Millionen Überstunden angesammelt.

Der Überstundenberg der Bundespolizisten nähert sich einem Medienbericht zufolge der Drei-Millionen-Marke. Die Beamten hätten bis Ende Februar 2,7 Millionen Überstunden angesammelt, berichtete "Die Welt" und nimmt damit Bezug auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion.

Video

Verantwortlich für die Mehrarbeit soll vor allem die Einführung der Grenzkontrollen mit Schwerpunkt zu Österreich seit dem 13. September 2015 sein, schreibt die Zeitung und beruft sich dabei auf Sicherheitskreise. Die meisten Überstunden wurden bei der Bereitschaftspolizei mit rund 880.000 gezählt. Das sind 185 Stunden pro Mitarbeiter.

"Die Bundesregierung hat jahrelang eine Personalpolitik betrieben, die Krisen und Einsatzspitzen unberücksichtigt ließ", zitiert das Blatt Irene Mihalic, Sprecherin für innere Sicherheit der Grünen-Bundestagsfraktion. Laut Mihalic bedeute dies unter anderem gesundheitliche Folgen für die Polizisten. Tatsächlich stieg der Krankenstand bei der Bundespolizei im vergangenen Jahr leicht an und lag bei 9,94 Prozent. Für das Jahr 2014 wird noch der Wert 9,03 angegeben.

Etliche Reviere blieben geschlossen

Aus der Antwort der Regierung geht außerdem hervor, dass wegen der Überbelastung der Bundespolizei bereits mehrere Polizeireviere unbesetzt bleiben mussten. Demnach waren 29 Reviere in den vergangenen drei Monaten nicht durchgängig besetzt. Der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Jörg Radek, erklärte, dass vor allem Reviere in Bahnhöfen aufgrund der prekären Lage zeitweise geschlossen werden mussten. "Nach den Übergriffen von Köln drohen Bahnhöfe ohne eine personelle Aufstockung zu Angsträumen zu werden", erklärte Radek.

Die Bundespolizei hat etwa 40.000 Mitarbeiter. Der Bund hat für die kommenden Jahre 3000 zusätzliche Stellen versprochen. Die Gewerkschaften der Polizei klagen seit längerem über die hohe Arbeitsbelastung der Beamten.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen