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Auch die Bundespolizei wird Karneval im Einsatz sein.
Auch die Bundespolizei wird Karneval im Einsatz sein.(Foto: dpa)

"Niedrige Einschreitschwelle": Polizei schickt Hundertschaften zum Karneval

Nach der Landespolizei will nun auch die Bundespolizei ein Großaufgebot in die Karneval-Hochburgen schicken. Auf diese Weise sollen Übergriffe wie an Silvester vorgebeugt werden. Die Beamten kündigen an, nicht zimperlich zu sein.

Nach den Silvester-Übergriffen auf Frauen ist die Alarmbereitschaft der Polizei groß: Nun hat auch die Bundespolizei angekündigt, zum bevorstehenden Karneval in Köln, Düsseldorf und im Ruhrgebiet mit einem Großaufgebot im Einsatz zu sein.

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Angesichts der "tollen Tage" und der erhöhten Terrorgefahr werde die Bundespolizei mit einem angepassten Sicherheitskonzept und mehreren hundert zusätzlichen Beamten in Bahnhöfen und Zügen präsent sein, teilte die Bundespolizeidirektion mit.

Behördenleiter Wolfgang Wurm erklärte, die Bundespolizisten würden "mit einer niedrigen Einschreitschwelle frühzeitig gegen mögliche Straftäter vorgehen". Zur besseren Identifizierung von Tätern würden verstärkt Videotechnik und falls erforderlich auch Polizeihubschrauber eingesetzt. Neben uniformierten Bundesbeamten werden demnach auch zivile Fahnder im Einsatz sei, die vor allem Taschendiebe im Auge haben.

Mehr Polizeikräfte, verstärkte Videoüberwachung

Auch die Landespolizei hatte bereits angekündigt, sich in den Karnevalshochburgen für einen Großeinsatz zu rüsten. Nach den Übergriffen am Silvesterabend in Köln hatte die dortige Polizeiführung deutlich mehr Polizeikräfte, eine verstärkte Videoüberwachung und die genaue Beobachtung von Menschenmengen an den Karnevalstagen angekündigt. Ein besonderer Fokus soll dabei "auf größeren Gruppen junger Männer aus dem nordafrikanischen oder arabischen Raum" liegen. Für die sexuellen Übergriffe auf Frauen und Raubdelikte an Silvester im Bereich des Kölner Hauptbahnhofs sollen überwiegend Zuwanderer aus Nordafrika verantwortlich sein.

Auch in die Prävention wird zusätzliche Arbeit investiert. Kurz vor dem Höhepunkt der närrischen Jahreszeit erläutern Polizisten von Montag bis Mittwoch (1. bis 3.2.) in vielen Flüchtlingsunterkünften des Bundeslandes mit Infoblättern und Plakaten über die Eigenheiten der Narrenzeit. Auch Dolmetscher für die arabische Sprache sind nach Möglichkeit dabei, wie das Innenministerium erklärte. Die Polizei der Landeshauptstadt zieht nach eigenen Angaben noch Mitglieder von Fastnachtsvereinen hinzu.

Um die Infoblätter und Plakate hat sich das Landeskriminalamt (LKA) gekümmert. Die Auflage der Infoblätter in deutscher, arabischer, englischer und französischer Sprache beträgt laut Innenministerium rund 16.000 Exemplare. Im Entwurf heißt es etwa zur Fastnacht: "Frauen und Männer verkleiden sich, singen, tanzen und feiern auf der Straße. Alle Menschen sind herzlich eingeladen mitzufeiern." Dann folgen Tipps: "Zuviel Alkohol kann aggressiv machen. Niemand darf gegen seinen Willen angefasst werden." Und auch Warnungen gibt es: "Die Begehung von Straftaten kann direkte Auswirkungen auf den Aufenthaltsstatus in Deutschland haben. Täter riskieren das Gastrecht."

Quelle: n-tv.de

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