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Politik

Samstag, 13. September 2008

Kämpfer in Deutschland geworben: Polizei schnapp Al-Kaida-Helfer

Der Bundesgerichtshof hat Haftbefehl gegen einen mutmaßlichen Helfer des Terrornetzwerks Al Kaida erlassen. Der 30 Jahre alte Türke Ömer Ö. soll die Organisation unterstützt und Kämpfer geworben haben.

Ö. hat nach Angaben der Bundesanwaltschaft von 2005 bis Anfang 2007 auf Anweisung des bereits vorher angeklagten Terrorverdächtigen Aleem N. (46) in Deutschland Bargeld und Ausrüstungsgegenstände für Kämpfer der Al Kaida beschafft. Die Ausrüstungsgegenstände - eine schusssichere Weste und ein Laptop - sowie das Geld soll N. in das pakistanisch-afghanische Grenzgebiet gebracht und an Verantwortliche des Terrornetzwerks übergeben haben.

Vorauswahl für Ausbildung

Der Verdächtige Ö. wurde von Beamten des baden-württembergischen Landeskriminalamtes in Sindelfingen bei Stuttgart festgenommen. Der 30-Jährige soll seit 2006 im Auftrag von N. in seinem Bekanntenkreis nach geeigneten Kämpfern zur Unterstützung für das von Osama bin Laden gegründete weltweite Terrornetzwerk Al Kaida gesucht haben. Ö. habe eine Vorauswahl vorgenommen und die Ausgewählten N. vorgestellt, der diese mit Empfehlungsschreiben für Al Kaida ausstattete. Zwei Menschen traten daraufhin von Deutschland aus die Reise zu Ausbildungslagern an, eine Person wurde im Umgang mit Sprengstoffen ausgebildet. Ö. soll ferner selbst Mitte 2006 mit einem Empfehlungsschreiben von N. eine Ausbildung in einem Al-Kaida-Lager absolviert haben.

N. muss sich demnächst vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Koblenz verantworten. Der Deutsche pakistanischer Herkunft soll in Pakistan in einem Terrorcamp gewesen sein, Geld für Al Kaida beschafft sowie potenzielle Kämpfer geworben und teils vermittelt haben. Der Beschuldigte war am 14. Februar festgenommen worden.

Kontakt zu Sauerland-Gruppe

Nach früheren Berichten soll N. auch Kontakte zu den drei mutmaßlichen Sauerland-Terroristen gehabt haben, gegen die bereits Anklage erhoben wurde. Die Sauerland-Zelle, zu deren Kern zwei zum Islam übergetretene Deutsche sowie ein Türke gehören, soll massive Sprengstoffanschläge auf Amerikaner in Deutschland geplant haben.

Ö. stand nach SWR-Informationen schon seit Monaten unter Beobachtung durch die Ermittler. Der Mann, der mit seinen Eltern und Geschwistern in einem Sindelfinger Mehrfamilienhaus lebt, wurde von den Ermittlern zur Sauerland-Gruppe gezählt und galt als deren "Nummer 8".

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