Politik

Entwarnung nach möglicher Terrorattacke in LondonPolizei sieht keine erhöhte Bedrohung

24.05.2013, 12:31 Uhr
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Zahlreiche Trauernde verabschiedeten sich mit Blumen von dem getöteten Soldaten. (Foto: Reuters)

Der brutale Mord an einem Soldaten erschüttert London. Gleichzeitig muss sich die Stadt auf ein Großereignis vorbereiten: das Champions-League-Finale. Die Polizei schickt 1200 zusätzliche Beamte auf die Straßen. Eine größere Gefahr erwartet sie jedoch nicht.

Nach der mutmaßlichen Terrorattacke in London sieht Polizei kein erhöhtes Sicherheitsrisiko für das Champions-League-Finale. "Zu diesem Zeitpunkt gibt es keinerlei Anhaltspunkte für eine erhöhte Bedrohung", sagte ein Sprecher von Scotland Yard. Die Polizei habe die Pläne für den Einsatz erneut geprüft und dabei auch eng mit den für den öffentlichen Nahverkehr zuständigen Beamten zusammengearbeitet. Man bleibe aber flexibel und der Einsatzplan könne jederzeit kurzfristig überarbeitet werden, hieß es.

Zum Endspiel zwischen Bayern München und Borussia Dortmund im Londoner Wembleystadion werden Zehntausende Fans auch aus Deutschland erwartet. Nach der Attacke sind in London seit Donnerstag 1200 zusätzliche Polizisten im Einsatz. Sie sollen laut Scotland Yard vor allem dort Präsenz zeigen, wo sich Menschenmassen versammeln, und den Menschen ein Gefühl der Sicherheit geben. Beide Finalisten hatten bereits versichert, dass sie keine Probleme für die Reise nach London sehen.

Am Mittwoch war im Osten Londons ein britischer Soldat brutal auf offener Straße ermordet worden. Medienberichten nach war er zunächst mit einem Auto angefahren und dann unter anderem mit einem Fleischerbeil zu Tode gehackt worden. Der 25-Jährige, der nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums 2009 in Afghanistan und danach auch in Deutschland stationiert gewesen war, hinterlässt einen zwei Jahre alten Sohn.

Verdächtige waren der Polizei bekannt

Die Hauptverdächtigen waren nach dem Mord nicht geflüchtet, sondern suchten offenbar die Konfrontation mit der Polizei. Die Beamten schossen die 22 und 28 Jahre alten Männer an, nachdem sie mit den mutmaßlichen Tatwaffen in der Hand bei dem ermordeten Soldaten angetroffen hatten. Sie wurden in Krankenhäuser gebracht und dort scharf bewacht. Ihre Verletzungen seien aber nicht lebensgefährlich.

Die beiden mutmaßlichen Täter hatten bei dem Mord islamistische Parolen ausgerufen. Bei den Männern soll es sich um britische Staatsbürger mit Verbindungen nach Nigeria handeln. Sie waren der Polizei bekannt. Der Sender BBC berichtete, einer von ihnen sei 2007 bei einer islamistischen Demonstration in Luton bei London gewesen.

Die britische Polizei arbeitete indes fieberhaft an der Aufklärung des Falls. "Dies sind große und komplexe Ermittlungen, die sich schnell verändern können", hieß es von Scotland Yard. Man verfolge zahlreiche Spuren.

Am Donnerstagabend wurden zwei weitere Verdächtige festgenommen, ein Mann und eine Frau, beide 29 Jahre alt. Sie wurden von der Polizei verhört. Mehrere Wohnungen in verschiedenen Teilen Londons und in der Grafschaft Lincolnshire wurden durchsucht.

Mehrere muslimische Gruppen in Großbritannien verurteilten den mutmaßlichen Terrorangriff scharf. Eine solche barbarische Tat habe keinerlei Basis im Islam, teilte der britische Muslimrat mit. Alle Menschen und Gruppen, egal ob muslimisch oder nicht, müssten nun zusammenhalten. Die Polizei müsse dafür sorgen, dass keine Spannungen hochkochten. Der Rat betonte zudem, dass Muslime seit Langem als Soldaten in der britischen Armee arbeiteten, und dies mit Stolz täten.

Quelle: ntv.de, hah/dpa