Gottesdienst in der Sajedat al-Nadschah-Kirche (Archivaufnahme).
(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)
Sonntag, 31. Oktober 2010
Geiselnahme in Bagdad endet blutig: Polizei stürmt Kirche
Eine Geiselnahme in einer Kirche in Bagdad ist mit einem Blutvergießen geendet: Bei der Erstürmung der Kirche durch irakische und US-Sicherheitskräfte wurden sieben Geiseln getötet und zahlreiche verletzt, wie aus dem irakischen Innen- und Verteidigungsministerium verlautete. "Wir haben die Geiseln befreit, aber leider beklagen wir den Tod von sieben der Geiseln", sagte ein Vertreter des Innenministeriums. Auch die vier Geiselnehmer wurden bei der Aktion im Christenviertel Karrada im Zentrum der irakischen Hauptstadt getötet.
Die mutmaßlichen Mitglieder des Terrornetzwerks Al-Kaida waren in das Gotteshaus der syrisch-katholischen Kirche eingedrungen und hatten dort zahlreiche Menschen als Geiseln genommen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums hielten sich rund 40 Menschen in der Kirche auf.
Die vier Männer hatten zuvor versucht, die Börse von Bagdad zu überfallen. Dabei setzten die Angreifer auch Blendgranaten ein. Sie wurden aber vom Sicherheitspersonal in einem kurzen Feuergefecht zurückgeschlagen. Dabei starben zwei Menschen. Auf ihrer Flucht zündeten die Terroristen mindestens zwei Sprengsätze vor der Kirche. Dabei wurden vier Menschen verletzt.
Aus dem Sajedat al-Nadschah-Gotteshaus der Syrisch-katholischen Kirche riefen die Männer bei irakischen Fernsehstationen an und gaben sich als Mitglieder des irakischen Ablegers der Al-Kaida aus. Über die Medien forderten sie von den Behörden die sofortige Freilassung von Al-Kaida-Angehörigen, die im Irak und in Ägypten inhaftiert sind. Nach mehrstündigen Verhandlungen mit der Polizei ließen sie 19 Nonnen frei, behielten aber noch zahlreiche Geiseln - unter ihnen Frauen, Kinder und Geistliche - in ihrer Gewalt.
Bei einem Selbstmordanschlag in Bakuba nördlich von Bagdad starben am Wochenende mindestens 30 Menschen getötet worden. Nach Angaben der Polizei wurden weitere 67 Menschen verletzt. Der Anschlag am Freitagabend war der schwerste seit Wochen im Irak. Bakuba, die Hauptstadt der Provinz Dijala, war früher eine Hochburg der Al-Kaida.
AFP/dpa
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