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München bleibt wachsam: Polizei sucht die Terror-Verdächtigen

Die Lage am Münchner Hauptbahnhof und dem Bahnhof Pasing hat sich entspannt, die Ermittlungen der Polizei aber laufen auf Hochtouren. Sie hat fünf bis sieben Verdächtige im Visier. Unklar ist, wo sie sich aufhalten - und ob es sie wirklich gibt.

Nach Terrorwarnungen in der Silvesternacht ist die Münchner Polizei weiter in erhöhter Alarmbereitschaft. Hundert zusätzliche Einsatzkräfte sind auf den Straßen im Dienst. Polizeipräsident Hubertus Andrä bewertet die aktuelle Gefährdungslage für die bayerische Landeshauptstadt nun aber wieder so wie vor der Warnung. Das teilte er auf einer Pressekonferenz mit.

Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, die Fahndung nach den möglichen Attentätern dauert an. Die Polizei habe geheimdienstliche Hinweise auf fünf bis sieben Verdächtige erhalten. Von etwa der Hälfte seien der Polizei Personalien übermittelt worden. Es soll sich um Iraker und Syrer handeln. Andrä betonte aber, man wisse noch nicht, ob es die von dem befreundeten Geheimdienst genannten Personen wirklich gebe. Gleichzeitig wisse man nicht, ob sie sich in München oder Deutschland aufhalten.

Kein Fehlalarm

Nicht nur der Münchner Hauptbahnhof, auch der Bahnhof Pasing (hier zu sehen) war evakuiert worden.
Nicht nur der Münchner Hauptbahnhof, auch der Bahnhof Pasing (hier zu sehen) war evakuiert worden.(Foto: picture alliance / dpa)

Dennoch verteidigte der Polizeipräsident die Terrorwarnung in der Silvesternacht und den Aufruf, Menschenansammlungen zu meiden. Ein Fehlalarm sei es nicht gewesen, sagte Andrä. Man habe mit den Hinweisen, die zudem sehr kurzfristig kamen, gar nicht anders handeln können. Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière rechtfertigte die Terrorwarnung. "Die bayerischen Behörden haben mit Unterstützung der Bundespolizei umsichtig, besonnen und entschlossen gehandelt", erklärte der CDU-Politiker.  Am Donnerstag beim Bund eingegangene Hinweise seien von den bayerischen Behörden und dem Bundeskriminalamt bewertet worden. De Maizière betonte: "Die Lage in Europa und auch in Deutschland bleibt im neuen Jahr ernst. Die Sicherheitsbehörden gehen weiterhin von einer hohen Gefährdung durch den internationalen Terrorismus aus."

Nach Geheimdienstwarnungen vor einem drohenden Selbstmordanschlag durch Anhänger der Terrormiliz IS hatte die Polizei am Silvesterabend den Münchner Hauptbahnhof sowie den Bahnhof Pasing im Westen der Stadt vorübergehend geräumt. Laut Bayerns Innenminister Joachim Herrmann bezogen sich die Hinweise "ganz konkret auf eine Tatausführung um Mitternacht". Ob die genannten Attentäter die Tat selbst verübt hätten oder ob sie Helfer gewesen wären, sei nicht bekannt. "Wir hoffen, dass es weiterhin ruhig bleibt und dass dieser Anschlag nicht stattfindet - vielleicht weil er tatsächlich gar nicht so geplant war oder vielleicht weil die Täter jetzt davon Abstand genommen haben", sagte Herrmann in der Nacht.

Vergleichbar mit Hannover

Die Hinweise kamen laut Herrmann gegen 19.40 Uhr vom Bundeskriminalamt - nachdem dieses von einem befreundeten Nachrichtendienst die "dringende Warnung" erhalten habe. Aus Sicherheitskreisen hieß es, die erste Warnung sei vom französischen Geheimdienst gekommen. Sie habe eine konkrete Uhrzeit, einen konkreten Ort und eine klare Benennung von Tätern aus dem Bereich des selbsternannten Islamischen Staates (IS) enthalten.

"Das Bundeskriminalamt und die bayerische Polizei waren übereinstimmend der Auffassung, dass das nicht einfach ignoriert werden kann", so Herrmann. Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks sollen die in den Hinweisen erwähnten IS-Terroristen geplant haben, sich jeweils zu zweit an die Anschlagsorte begeben, um sich kurz hintereinander in die Luft zu sprengen.

Nach Auskunft einer Polizeisprecherin habe sich in der Nacht eine Reihe besorgter Bürger mit verdächtigen Beobachtungen bei der Münchner Polizei gemeldet, bei der Überprüfung habe sich aber nichts ergeben. Die meisten Menschen in der bayerischen Landeshauptstadt ließen sich die Silvesterlaune von den Warnungen jedoch nicht verderben. Am frühen Morgen waren auf den inzwischen menschenleeren Straßen Kehrmaschinen unterwegs, um den Müll der Jahreswechselfeiern zu beseitigen.

Quelle: n-tv.de

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