Freitag, 28. Dezember 2007
Wangari Maathai verliert Sitz: Präsidentenwahl in Kenia
Einen Tag nach den Parlaments- und Präsidentenwahlen im ostafrikanischen Kenia hat sich noch kein eindeutiger Trend abgezeichnet. Prognosen sahen Amtsinhaber Mwai Kibaki mit 50,3 Prozent vor dem Oppositionskandidaten Raila Odinga mit 40,7 Prozent. Diese Berechnungen beruhten jedoch auf Wählerbefragungen in nur 311 der rund 28.000 Wahllokale.
Dagegen berichteten kenianische Medien, dass nach der Auszählung von rund zehn Prozent der Stimmen Odinga im Rennen um das Präsidentenamt deutlich vorne liege.
Die Wahlkommission teilte mit, mit dem offiziellen Ergebnis der Präsidentenwahlen könne erst am späten Freitagabend oder am frühen Samstagmorgen gerechnet werden. Wegen der hohen Wahlbeteiligung von etwa 70 Prozent der 14 Millionen Wahlberechtigten dauere die Auszählung der Stimmen länger als anfänglich erwartet. Vor fünf Jahren waren nur 52 Prozent der Kenianer zur Wahl gegangen.
Wangari Maathai verliert Sitz
Einige prominente Verlierer der Wahl standen jedoch bereits fest. Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai verlor Medienberichten zufolge ihren Parlamentssitz. Bei der Wahl am Donnerstag war die Umweltschützerin einem Kandidaten der nationalen Einheitspartei von Präsident Kibaki unterlegen. Doch auch Kibakis Kabinettsmitglieder verloren ersten Auszählungsergebnissen zufolge bei der Wahl. Gleich 14 Minister schafften nicht die Wiederwahl ins Parlament. Sie unterlagen meist Kandidaten von Odingas Orangenen Oppositionsbündnis, berichtete "The Standard" in ihrer Online-Ausgabe.
Offenbar nur wenige Unregelmäßigkeiten
Zu den Wahlen waren 15.000 internationale Beobachter eingesetzt. Der Leiter der 150 Mitglieder starken Beobachtermission der EU, der FDP-Europaabgeordnete Alexander Graf Lambsdorff, nannte den Wahlverlauf in einer ersten Stellungnahme überwiegend korrekt und friedlich. Pannen und Unregelmäßigkeiten hatte es dennoch gleich mehrfach gegeben. So konnte Odinga erst im zweiten Anlauf wählen, da sein Name im Wählerverzeichnis fehlte. Ähnlich ging es zehntausenden Kenianers. In mehreren Wahllokalen stoppte die Wahlkommission vorübergehend die Wahlen, da zunächst nicht alle Kandidaten auf den Stimmzetteln aufgelistet waren.
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