Politik
BAE-Werkshalle mit Eurofightern in Warton (Archiv).
BAE-Werkshalle mit Eurofightern in Warton (Archiv).(Foto: REUTERS)
Montag, 30. Januar 2017

Versuch der Entwaffnung : Priester brechen in Kampfjet-Fabrik ein

Eine Lieferung von Eurofightern nach Saudi-Arabien könnte sich verzögern. Aktivisten brechen in eine Fabrik in Nordengland ein und versuchen, die Jets zu entwaffnen. Doch sie werden erwischt.

Gibt es keine Waffen, kann auch niemand damit kämpfen – lassen sich mit dieser Logik Kriege verhindern? Zumindest haben es zwei Aktivisten in Großbritannien nun versucht. Sie brachen in die Werkshalle des Rüstungskonzerns BAE ein und beschädigten zwei Kampfjets. In dem nordenglischen Werk in Warton werden Eurofighter endmontiert, die nach Saudi Arabien exportiert werden. Die Öl-Monarchie führt seit fast zwei Jahren Krieg im Jemen und setzt dabei auch auf Luftangriffe.

Wie die britische Zeitung "Guardian" berichtet, handelt es sich bei den beiden Einbrechern um Geistliche. Sam Walton sei Priester bei den Quäkern, Dan Woodhouse bei den Methodisten. Auf einem Foto der BBC stehen beide vor einem Foto Mahatma Ghandis und halten einen Gegenstand mit dem Zitat "Schwerter zu Pflugscharen" in die Kamera, das aus dem Alten Testament der Bibel stammt.

Sie sollen am Sonntagmorgen versucht haben, die Flugzeuge zu entwaffnen. Die Polizei nahm die beiden fest und ermittelt nun wegen Sachbeschädigung. Kampflugzeuge aufzuhalten rette leben, zitiert der britische Sender Woodhouse. "Saudi Arabien zu stoppen oder aufzuhalten in den Besitz von mehr Flugzeugen zu kommen, die den Jemen bombardieren, rettet unschuldige Leben und verhindert Kriegsverbrechen", sagte er demnach. Den beiden Aktivisten zufolge sollten die Jets in den kommenden Wochen ausgeliefert werden.

7000 Tote im Jemen

Der britische Rüstungskonzern ist einer der größten weltweit und zählt neben Airbus zu den Herstellern des europäischen Kampfflugzeugs Eurofighter. Im Jahr 2007 bestellte Saudi Arabien 72 Maschinen des Typs, fünf Jahre später gab BAE bekannt, die zu dem Zeitpunkt noch ausstehenden 48 Eurofighter im Werk in Warton zu montieren.

Im Jemen führen die Saudis seit März 2015 eine Koalition mehrerer Staaten der Region an, die dort gegen die Huthi-Rebellen kämpfen. Diese halten dem einstigen Präsidenten Ali Abdallah Saleh die Treue, der aktuelle Amtsinhaber Abd Rabbo Mansur Hadi kämpft bereits seit September 2014 gegen sie. Nach UN-Angaben sollen bislang 7000 Menschen in dem Konflikt getötet worden sein, die meisten davon Zivilisten. Drei Millionen Menschen sind demnach auf der Flucht.

Quelle: n-tv.de

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